Bittere Pillen – Der große Apothekentest
test hat 50 Versandapotheken sowie Apotheken vor Ort in Bezug auf Beratung, Service und Preise untersucht.
Im großen Vergleichstest konnten dabei jedoch lediglich 7 von 50 Apotheken mit einem „gut“ bewertet werden. Wobei unter diesen keine einzige Versandapotheke zu finden ist. Bei ihnen war das beste Ergebnis gerade einmal „befriedigend“.
Dabei war bezüglich der Beratung überaus bedenklich, dass vor allem Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oft nicht erkannt, dem Kunden schlechthin nicht mitgeteilt oder sogar falsche Auskünfte weitergegeben wurden. Der vielfach aus der Werbung bekannte Hinweis „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ lief hier vielfach ins Leere. So ist es nicht ausreichend lediglich auf die Packungsbeilage zu verweisen, sondern es ist eine gezielte Beratung in jedem Einzelfall erforderlich. Insgesamt schnitten die Versandapotheken hier noch schlechter ab, als die Apotheken vor Ort. Der Kunde kommt somit in der Regel nicht umhin, Arznei- und Produktwünsche hartnäckig zu hinterfragen, um kein Selbststudium der Nebenwirkungen oder sonstiger Risiken betreiben zu müssen.
Doch auch Service und Kundennähe stellen für Apotheken oftmals keine Selbstverständlichkeit dar. Von einem „guten“ Service ließ sich gerade einmal bei zehn der getesteten Apotheken sprechen. Dabei ist insbesondere die Diskretion im Gespräch mit dem Kunden ein großes Problem, was zu einer Distanzierung im Umgang mit vermeintlich peinlichen Problemen führen kann. Auch der Zugang zu den Apotheken ist oft nicht barrierefrei, so dass die ersten Hürden für ältere, kranke oder behinderte Menschen oftmals schon beim Betreten der Apotheke beginnen. Praktischer ist es, dann eine Versandapotheke zu wählen und so einfach bequem von zu Hause aus zu bestellen und zu warten. Doch wie lange muss man ausharren, bis das gewünschte Medikament denn auch endlich dort eintrifft? In der Regel konnten die Versandapotheken hier mit „guten“ bis sogar „sehr guten“ Ergebnissen abschneiden. Zu bemängeln ist allerdings, dass von 129 Lieferungen 17 Päckchen ohne Einverständnis einfach beim Nachbarn, darunter sogar bei zwei Jugendlichen, hinterlegt wurden. Auch war es bei einigen Versandapotheken, zumindest bei Neukunden, nicht möglich per Rechnung zu zahlen und auch die Rufnummern für die Bestellungsaufgabe waren vielfach kostenpflichtig. Selbst in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen waren Klauseln zu finden, die den Kunden unangemessen benachteiligen und damit grundsätzlich unwirksam sind.
Weiter ergaben sich auch in Bezug auf den Preis verschiedener Medikamente große Unterschiede. Der Gesetzgeber hob im Jahr 2004 die Preisbindung für rezeptfreie Medikamente auf, so dass jede Apotheke den Preis für das jeweilige Medikament selbst festlegen kann. Preisvorteile können sich dabei insbesondere für chronisch Kranke bei der Bestellung in einer Versandapotheke ergeben, da diese regelmäßig viele Medikamente brauchen und dadurch in der Regel keine Versandkosten anfallen. Denn ein zunächst vorteilhafter Preis, kann durch den Aufschlag der Versandkosten schnell wieder geschmälert, ja, unwirtschaftlich werden.
Im Ergebnis ist es auch beim Einkauf in der Apotheke lohnenswert Preise zu vergleichen und das sowohl bei Versandapotheken als auch bei Apotheken vor Ort. Spezielle Suchmaschinen können dabei behilflich sein (z.B. ->www.medipreis.de oder ->www.medizinfuchs.de). Auch gibt es viele wechselnde Sonderangebote in Apotheken vor Ort und versandkostenfreie Lieferungen durch Versandapotheken ab einen gewissen Bestellwert.

