Die Weihnachtszeit ist die schönste Schlemmerzeit des Jahres. Es wird in
Wild, Geflügel, Fisch, Kuchen und Süßigkeiten geschwelgt wie sonst nie. An dieser Stelle soll jedoch einmal nicht vor dem – in riskante Zonen nach rechts wandernden – Waagenzeiger gewarnt werden, sondern davor, dass auch im Winter ein erhebliches
Infektionsrisiko durch Keime besteht. Für ein Bauchweh-freies Weihnachtsfest sollten daher einige Empfehlungen der Verbraucherzentrale Bremen beherzigt werden.
So muss bei
Geflügel immer eine ganz besondere Küchenhygiene beachtet werden.
Salmonellen und
Campylobacter-Bakterien gehören hier zu den häufigsten
Erregern für Magen-Darm-Erkrankungen und können bei Menschen, die nicht über ein stabiles
Immunsystem verfügen, gefährliche Ausmaße annehmen. In den Feststagen wird allzugerne „Entenbrust rosa“ gegessen – ein risikoreiches Vabanquespiel. Denn erst, wenn es auch im Inneren des Geflügels mindestens 10 Minuten 74 Grad heiß war, sind diese
Bakterien entgültig erledigt – die Entenbrust ist allerdings nicht mehr rosa. Die Verbraucherzentrale Bremen empfiehlt deshalb entgegen zahlloser anderslautender Rezepte, sämtliches Geflügel immer nur gut durchgegart zu verzehren. Größte Sorgfalt ist auch beim Abtauwasser von gefrorenem Geflügel und anderen tierischen Produkten erforderlich. Dieses Abtauwasser ist immer keimbelastet und sollte auf keinen Fall mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommen. Das gilt insbesondere dann, wenn es sich um Lebensmittel handelt, die roh verzehrt werden, wie zum Beispiel Salate.
Eine weitere erhebliche Keimquelle stellen
geräucherte Fische dar.
Lachs, Aal oder Forelle haben in den nächsten Wochen Hochkonjunktur und werden in großen Mengen verzehrt. Untersuchungen in den vergangenen Jahren zur Keimbelastung von Räucherfischen gaben viel zu oft ein erschreckendes Bild ab. Bereits vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeits- oder Aufbrauchdatums sind die Fische immer wieder hoch keimbelastet gewesen. Besonders gefährlich können
Listerien werden, eine Bakterienart, die sich auch noch im Kühlschrank weiter vermehrt. Sie kann eine grippeähnliche Erkrankung hervorrufen und bei Risikogruppen, wie immunschwache Menschen, Hirnhautentzündungen und bei Schwangeren Fehlgeburten auslösen. Auch Überwachungsbehörden, wie das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, warnen diese Risikogruppen vor dem Verzehr von Räucher- oder Graved Lachs. Die Verbraucherzentrale empfiehlt zudem, den
Lachs immer kühl zu lagern – Achtung bei langer Buffet-Dauer im Warmen! – und ihn ein paar Tage vor dem Datumsablauf aufzubrauchen. Diese Hinweise gelten auch für andere geräucherte Fische.
Ursache für die Keimbelastungen sind häufig mangelnde
Hygiene bei der Verarbeitung. Hier muss die Industrie sorgfältiger arbeiten un die Lebensmittelkontrolle weitaus mehr Untersuchungen durchführen. Aber auch im Haushalt sind gute Kühlung und schneller Verbrauch der riskanten Produkte sehr wichtig, um das Problem nicht noch zu verschärfen. Fatal ist zudem, dass sich bakterielle Verunreinigungen nicht herausschmecken lassen. Sollte jedoch tatsächlich ein Lebensmittel aufgrund seines Geschmacks bzw. „Nicht-Geschmacks“ reklamiert werden müssen, ist es immer wichtig, dafür den Kassenbon aufzubewahren. Und das Lebensmittel auf keinen Fall wegwerfen, sondern für eine eventuelle Untersuchung durch die Lebensmittelüberwachung zunächst einfrieren.
Zum Schluss noch ein Appell an alle Festtagsköche und -köchinnen zu Hause: Auch vorgeschnittener
Salat aus den Kühltheken der Supermärkte ist immer wieder mit
Keimen, zum Beispiel mit
Salmonellen, belastet. Die einfachste und sicherste Methode lautet hier: Selberschnibbeln ist alles!