Ernährungsberater
Anmeldedatum: 27.09.2007
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BSE
BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) ist eine Erkrankung, die bei Rindern auftritt. BSE entstand wahrscheinlich durch Verfütterung von unzureichend erhitztem Tiermehl an Rinder, die eigentlich reine Pflanzenfresser sind. Eine Übertragung auf den Menschen ist möglich, wie die Krankheitsfälle u.a. in Großbritannien zeigen. Es entstand eine neue Form der Creutzfeldt-Jacob-Krankheit, die immer tödlich endet. Am 24. November 2000 wurde bei dem ersten deutschen Rind mit Hilfe des Schnelltests BSE nachgewiesen, mittlerweile sind es weit über 200 Fälle.
Immer noch weiß man zu wenig über die Infektion. So sind beispielsweise die Übertragungswege noch nicht umfassend geklärt. Absolute Sicherheit gibt es deshalb beim Einkauf von Rindfleisch nicht. Zudem: BSE-getestet ist nicht gleichbedeutend mit BSE-frei! Die derzeit angewandten Testmethoden spüren nur einen Teil der infizierten Tiere auf; Rinder mit einer beginnenden Infektion bleiben jedoch unentdeckt. Ein weiteres Problem: Der Test ist erst ab einem Alter von 24 Monaten vorgeschrieben, die Masse der Tiere wird jedoch vorher geschlachtet und geht ungetestet in den Handel. Dabei hat man auch schon unter zwei Jahre alte Rinder gefunden, die BSE-infiziert waren!
Wir möchten mit dieser Information einen Überblick über die wichtigsten Produkte schaffen, die Rindfleisch, bzw. Rindfleischprodukte enthalten können, oder aus anderen Gründen ein gewisses Risiko bedeuten.
Fleisch:
Falls Sie nicht auf Rindfleisch verzichten möchten, bietet Rindfleisch von Betrieben aus ökologischem Anbau die größte Sicherheit. Im Ökoanbau war die Verfütterung von Tiermehlen niemals erlaubt. Als problematisch ist auch Schaffleisch einzuschätzen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass auch Schafe sich mit BSE infizieren können, dies jedoch nicht von der für Menschen harmlosen Scrapie-Erkrankung zu unterscheiden ist. Hinzu kommt, dass bei einer BSE-Erkrankung auch das Fleisch der Tiere infektiös ist. Da viele Tiere aus England nach Deutschland importiert werden, ist beim Einkauf von Schaffleisch genaues Nachfragen über die Herkunft angebracht. Grundsätzlich sollte auch hier ökologisch erzeugtes Fleisch bevorzugt werden. Eine größere Sicherheit bietet jedoch der Verzicht auf Rind- und Schaffleisch. Bei anderen Fleischarten wie Schwein oder Geflügel sowie bei Fischen konnte BSE bisher nicht nachgewiesen werden.
Wurst:
Sehr viele Wurstsorten und Würstchen enthalten Bestandteile vom Rind, ohne dass dies zu erkennen ist. Auch die Aufschrift „garantiert ohne Rind“ bietet keine absolute Sicherheit. So kann den Produkten Bluteiweiß zugesetzt werden, oder sie können mit Darm umhüllt sein, ohne dass die entsprechende Tierart genannt werden muss. „Garantiert ohne Bestandteile vom Rind“ – so müsste ein Produkt gekennzeichnet sein, wenn tatsächlich nichts vom Rind enthalten soll. Auch für Wurstwaren gilt: Ökoprodukte bevorzugen!
Fertiggerichte:
In zahlreichen Fertiggerichten (Pizzen, Suppen, Menüs u.v.m.) wird Rindfleisch verarbeitet. Egal, ob es sich um Tiefkühlware, Konserven, Trockenprodukte oder andere Zubereitungen handelt – die Herkunft dieses Fleisches ist meist völlig unklar. Aus Vorsorgegründen sollten Produkte mit Rindfleisch vermieden werden. Viele Produkte enthalten in ihrer Zutatenliste „tierische Fette“, bei denen die entsprechende Tierart nicht genannt werden muss. Auch hier ist Zurückhaltung angebracht
Milch- und Milchprodukte:
Diese Produktgruppe gilt nach derzeitigem Wissensstand als unbedenklich.
Markklößchen:
Auch wenn es sich bei Knochenmark nicht um zentrales Nervengewebe handelt, sollte vorsichtshalber darauf verzichtet werden.
Brühwürfel, Fleischextrakte:
Nach Angaben der Hersteller stammen die Rohstoffe für deutsche Produkte ausschließlich aus südamerikanischen Ländern, in denen es bislang keine BSE-Fälle gibt.
Säuglingsnahrung:
Viele deutsche Hersteller verwenden bereits Rohstoffe aus dem ökologischen Landbau. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, insbesondere bei Gläschen mit Fleischzusätzen auf dieses Merkmal zu achten, aber auf Rindfleischzusätze zu verzichten.
Gelatine:
Nach Aussagen der Industrie stammt sie zu 90% aus Schweineschwarten. Für die restlichen 10% werden starke Laugen verwendet, die möglicherweise vorhandene BSE-Erreger abtöten. Diese Rindergelatine ist vorwiegend für das muslimische Ausland bestimmt. Gelatine gilt nach derzeitigem Wissensstand als unbedenklich.
Medikamente:
Sowohl für Medikamente als auch für Kosmetika ist die Verwendung von Risikomaterial verboten. Vorsicht ist jedoch bei solchen Medikamenten geboten, die aus Rindererzeugnissen hergestellt werden und in Deutschland keine Zulassung haben. Derartige Medikamente werden beispielsweise zunehmend über das Internet geordert. Fragen zu Medikamenten beantwortet auch die Apothekerkammer Bremen, Tel. (0421) 170917
Kosmetische Produkte:
Viele Cremes und Körperlotionen vor allem ausländischer Marken enthalten immer noch Inhaltsstoffe wie z.B. Collagen, die vom Rind stammen können. Grundsätzlich ist das Infektionsrisiko über die Haut äußerst gering, vorausgesetzt, dass sie unverletzt ist. Verzichten sollten Sie jedoch auf Frischzellen-Präparate, die unter die Hautgespritzt werden.
Naturdünger:
Naturdünger können weiterhin Materialien vom Rind, wie z.B. Knochenmehl, Blutmehl oder Rinderdung enthalten. Da das Infektionsrisiko durch derartige Bestandteile ungeklärt ist, rät die Verbraucherzentrale von der Verwendung ab.
Dampfdrucktopf:
In der Beratung wurde mehrfach danach gefragt, deshalb sei es an dieser Stelle noch einmal deutlich gesagt: Kein im Haushalt übliches Verfahren kann BSE-Erreger abtöten, weder das Tiefgefrieren, noch die Mikrowelle, noch der Dampfdrucktopf.
Die Verbraucherzentrale des Landes Bremen empfiehlt, lieber wenig Fleisch zu verzehren, dafür aber von bester Qualität. Diese Qualität und ein Mehr an Tier- und Umweltschutz bieten insbesondere die Verbände des ökologischen Anbaus. (Bio-Liste)
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