So sicher, wie die länger werdenden Tage im Frühling, so sicher kommt die Diätwelle in dieser Jahreszeit. Zeitschriften, Postwurfsendungen, Internet, Radio und Fernsehen – überall wird für Diäten und Diätprodukte die Werbetrommel gerührt.
Vor allem
Diätprodukte versprechen leichtes Abnehmen: „Sie können weiter essen wie bisher“, „Geld-zurück-Garantie“, „Schnell, einfach, gesund, dauerhaft abnehmen“ – allein diese scheinbare Mühelosigkeit sollte stutzig machen. Denn wenn es so einfach wäre, gäbe es längst weniger Übergewichtige.
Die Werbung preist den Diätwilligen hauptsächlich zwei Wege zum Abnehmen an: Der eine besteht aus einer mehr oder weniger sinnvollen Zusammenstellung von Lebensmitteln. Bei der zweiten Möglichkeit sollen Präparate in Form von Shakes, Kapseln, Pulver oder
Diätpillen die Gewichtsreduktion fördern.
Häufig werden extrem einseitige und damit ungesunde Diäten angepriesen, wie zum Beispiel die Kartoffel-, Ananas-, Eier-, Kohlsuppen- oder Reisdiät. Lady Gaga macht angeblich gerade eine Whiskey-Diät, das ist nach Auffassung der Verbraucherzentrale Bremen an Unsinnigkeit kaum noch zu überbieten. Aber auch weniger radikale Diäten sind nicht immer optimal, häufig werden Kohlenhydrate, auch aus Vollkornprodukten, abgelehnt. Stattdessen steigt der Anteil von Fett und tierischem Eiweiß, wie bei den Low Carb-Diäten (Low Carb: kohlenhydratreduziert). Die verstärkte Aufnahme von gesättigten Fetten kann jedoch das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen erhöhen. Dagegen enthalten Brot, Nudeln oder Reis aus Vollkorn sowie Obst und Gemüse viele Ballaststoffe, die den Magen füllen, für ein längeres Sättigungsgefühl sorgen und die Verdauung ankurbeln. Zudem sind sie reich an Vitaminen und Mineralstoffen, die für eine gesunde Ernährung notwendig sind.
Diätpräparate scheinen geradezu Wunderdinge zu vermögen, so suggeriert es jedenfalls die Werbung. Dabei sind die Aussagen häufig so geschickt, dass auch Diätwillige, die schon viele entsprechende Versuche hinter sich haben, immer wieder von einer angeblich neuen „wissenschaftlichen Erkenntnis“ überzeugt werden. Doch Formula-Diäten, Fettblocker, Enzyme, Ballaststoffe, Appetitzügler, Spezialfette, entwässernde oder homöopathische Mittel sind entweder wirkungslos oder können sogar gesundheitliche Risiken bergen.
Ein aktuelles Beispiel zeigt, dass manche Hersteller kriminell handeln und die Gesundheit der Verbraucher aufs Spiel setzen. Der Kaffeehersteller „Imperia Elita“ hat Kaffee für die „Traumfigur“ verkauft, der allerdings den verbotenen Appetitzügler Sibutramin enthielt. Sibutramin ist wegen des hohen gesundheitlichen Risikos jedoch seit letztem Jahr verboten. Für Menschen mit einer Herz-Kreislaufschwäche kann die Einnahme sogar lebensgefährlich sein.
Die Verbraucherzentrale rät vor allem davon ab, Diätprodukte aus dem Internet zu bestellen. Aufgrund bislang fehlender Kontrollen enthalten solche Produkte besonders häufig gesundheitsgefährdende Substanzen wie Sibutramin oder andere, leberschädigende oder krebserregende Bestandteile. Auf der Zutatenliste tauchen sie allerdings nicht auf. In der Vergangenheit sind zum Beispiel immer wieder in chinesischen Schlankeitsmitteln leberschädigende Substanzen nachgewiesen worden.
Zum Thema Internetbestellungen von
Schlankheitsmitteln führen die Verbraucherzentralen derzeit eine Online-Umfrage durch. Sie möchten gerne erfahren, wie es Verbrauchern mit Schlankheitsmitteln ergangen ist, die sie über das Internet bestellt haben.
Dabei geht es auch ganz anders – mit ein bisschen Geduld, vollwertigen Lebensmitteln und ohne gesundheitliches Risiko. Dazu ist bei den Verbraucherzentralen ein umfangreicher Ratgeber mit dem Titel „Gewicht im Griff“ erhältlich. Das Buch hilft dabei, das eigene Wohlfühlgewicht zu erreichen und zu halten. Wichtig sind insbesondere eine langsame Ernährungs-Umstellung und mehr Bewegung. Neben vielen Informationen und Tipps gibt es zahlreiche leckere Rezeptvorschläge. Der Ratgeber ist für 12,90 € in der Verbraucherzentrale Bremen, Altenweg 4, 28195 Bremen, erhältlich, bei einem Versand kommen 2,50 € hinzu.