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Einkaufsführer Fisch

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Beitrag Einkaufsführer Fisch 


Fisch ist als wohlschmeckendes und gesundes Lebensmittel bei Verbraucherinnen und Verbrauchern äußerst beliebt – mit steigender Nachfrage. Seit Jahren werden allerdings die wichtigsten Fischbestände ausgebeutet, weltweit gelten fast 70 Prozent als überfischt. Die übermäßige Fischerei hat auch Besorgnis erregende Auswirkungen auf die Meeresumwelt und ihre Bewohner, wie Wale, Robben und Seevögel.

Die Bundesregierung setzt sich daher im Interesse der Umwelt, der Verbraucherinnen und Verbraucher und einer gesunden Fischereiwirtschaft dafür ein, dass die Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit und der Schutz der marinen Ökosysteme uneingeschränkt in den Vordergrund der Fischereipolitik gerückt werden. Sie als Verbraucherinnen und Verbraucher können durch gezieltes Kaufverhalten auf die Fischerei ebenfalls einen positiven Einfluss ausüben: Fische aus nachhaltiger Fischerei sind erste Wahl – die Bestände werden nicht überfischt, die Umwelt und andere Meeresbewohner geschont. Der Einkaufsführer Fisch gibt Ihnen Informationen für Ihre Kaufentscheidung bei Fisch und Meeresfrüchten – damit Sie auch in den nächsten Jahren mit gutem Gewissen den Geschmack der Meere genießen können.

Renate Künast
Bundesministerin für Verbraucherschutz,
Ernährung und Landwirtschaft

Jürgen Trittin
Bundesminister für Umwelt, Naturschutz
und Reaktorsicherheit
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Beitrag Fisch – ein wichtiges Lebensmittel 


Fisch gehört zu den wertvollsten Lebensmitteln überhaupt. Er enthält große Mengen an hochwertigem, leicht verdaulichem Eiweiß, ist reich an verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen, und er enthält die so genannten Omega-3-Fettsäuren. Diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren beugen unter anderem Ablagerungen in den Blutgefäßen vor. Seefische sind besonders jodhaltig. Gerade in Deutschland sind wir auf eine regelmäßige Jodzufuhr angewiesen, Seefisch trägt dazu bei. Deshalb sollte er ein- bis zweimal in der Woche auf den Tisch – sofern er nicht aus überfischten Beständen stammt.

Gesund ist Fisch jedoch nur, solange er frisch ist. Die Augen müssen klar und durchsichtig sein, die Linse gewölbt, die Schuppen und die Kiemen fest anliegen. Ein frischer Fisch riecht nach Meer, aber nicht intensiv fischig. Denn dann haben bereits Verderbnisprozesse eingesetzt, die möglicherweise Erkrankungen nach sich ziehen können.

Schadstoffe in Fisch – manchmal nicht ohne


Fische und andere Meeresbewohner können erheblich mit Schadstoffen wie giftigen Schwermetallen, chlorierten Kohlenwasserstoffen oder mit Substanzen
belastet sein, die das Hormonsystem beeinflussen. Besonders kritisch zu sehen sind ältere, fettreiche Raubfische, die in belasteten Flüssen bzw. küstennahen Meeresgebieten leben. Ein weiteres Problem: Tiere aus Aquakultur, bei der es sich meistens um eine intensive Massentierhaltung handelt, weisen häufig Rückstände von Medikamenten auf.

Daher empfiehlt die Verbraucherzentrale



  • Räucheraal und Muscheln eher selten verzehren;
  • auf Fischleber verzichten;
  • magere Fischsorten den fetten vorziehen;
  • wer Fische selbst angelt, sollte die örtlichen Überwachungsbehörden nach möglichen Rückständen fragen;
  • billigste „Edelprodukte“ wie z. B. Lachs oder Shrimps möglichst vermeiden;
  • Fisch immer gut durchgaren, so sinkt das Nematoden-Risiko (mögliche Larven des Heringswurmes werden abgetötet).

Über aktuell auftretende Probleme informieren die örtlichen Verbraucherzentralen.
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Beitrag Fisch – zu häufig verarbeitet 

Etwa 14 Kilogramm Fisch und Fischerzeugnisse verzehren die Deutschen durchschnittlich pro Kopf und Jahr. Nur noch knapp die Hälfte davon ist frischer Fisch, der zu Hause selbst zubereitet wird. Über ein Drittel wird als Fischkonserve gegessen und etwa ein Viertel kommt aus den Tiefkühltruhen der Geschäfte – häufig schon gewürzt, paniert oder als Auflauf für die Mikrowelle zubereitet. Das „klassische“ Fischstäbchen kann zwar als Einstieg für Kinder ganz hilfreich sein, jedoch liegt sein Fettgehalt durch die Panade sehr hoch. Ein eher zweifelhaftes Erzeugnis ist Surimi, ein Kunstprodukt, das aus zerkleinertem Fisch mit Hilfe von Zusatzstoffen unterschiedlich geformt werden kann. Meistens wird es als billige Alternative zu teuren Hummern oder Krebsscheren verkauft, kann aber kaum als Delikatesse bezeichnet werden.

Umweltsiegel für verantwortungsvollen Fischfang


Da die Fische in den Weltmeeren immer knapper werden, hat der WWF zusammen mit Unilever den MSC initiiert. Diese unabhängige Organisation vergibt ein Label für umweltverträgliche Fischereien.



Ähnlich wie das Umweltlabel FSC (Forest Stewardship Council) die Wälder schützt, soll das MSC-Label die Zukunft der Fischbestände langfristig sichern. Dies geschieht durch eine verantwortungsvolle Fischerei, die unter anderem die Bestände und die Meeresumwelt schont. Die Zertifizierung ist freiwillig. Es gibt in Deutschland eine Reihe von Produkten, die damit gekennzeichnet sind, beispielsweise Tiefkühlfischgerichte der Marken Iglo, Frosta, Friedrichs, Mare und Metro.

Neue Kennzeichnung: Was steht auf dem Etikett?


Seit 2002 müssen frische, gefrorene, geräucherte Fische, Matjes und rohe Garnelen laut Gesetz besser gekennzeichnet werden. Der Verkäufer muss klare Informationen zur Produktionsmethode, zur Handelsbezeichnung und zum Fanggebiet geben – ob per Tafel oder Preisschild in der Fischtheke oder auf verpackter Ware wie Tiefkühlkost oder Dose.

Die neue Kennzeichnung hilft Ihnen dabei, sich gezielt für oder gegen ein Produkt zu entscheiden: So können beispielsweise Zucht-Shrimps aus Thailand, die häufig mit Antibiotika belastet sind, gemieden werden.

Immer häufiger kommen Bio- Fische aus Aquakulturen ins Angebot. Es gibt noch kein EUweites staatliches Label, in Deutschland finden Sie im Ökohandel Wildlachs, Forellen, Karpfen, Shrimps und neuerdings auch Muscheln mit dem Naturland-Label.

Kennzeichnungsbeispiele


Produktionsmethode


Bei Zuchtfisch: „aus Aquakultur“;
aus Seen oder Flüssen: „aus Binnenfischerei“;
bei Seefisch: „gefangen in…“

Fanggebiete


„Ostsee“, „Nordostatlantik“, „Pazifischer Ozean“ oder „Antarktis“;
bei Fisch aus Binnenfischerei und bei Aquakulturen muss das Land genannt werden, z.B. Thailand oder Norwegen
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Beitrag Systematisch bis zum letzten Fisch 

Je ausgefeilter die Fischereimethoden, je engmaschiger die Netze, je schwerer die Geräte, die über den Boden gezogen werden, um die Fische aufzuscheuchen, desto stärker wird der Fischereidruck auf die Fischbestände der Meere. Der Preis dafür: die Fischbestände werden dezimiert, die Meeresumwelt wird geschädigt, andere Meerestiere werden ungewollt mitgefangen oder verletzt. Auf Grund der derzeitigen intensiven und hoch technisierten Fischerei sind nur wenige Fangmethoden ökologisch unbedenklich.

Die wichtigsten Fischereimethoden sind:


Schleppnetze:


Das oft kilometerlange Netz wird hinter dem Fangschiff hergezogen, entweder durch freies Wasser oder über den Boden (Grundschleppnetz, Baumkurre). Frei durch das Wasser geschleppte Netze haben oft wenig Beifang und schädigen den Meeresboden nicht.

Grundschleppnetze:


Mit Hilfe von Rollen wird das Netz über den Meeresboden gezogen. Je nach Ziel-Fischart sehr viel Beifang.

Baumkurren:


Ein Stahlbaum hält das Netz offen. Die vor dem Netz gespannten Eisenketten scheuchen die Fische aus dem Boden und pflügen die obersten Schichten des Meeresbodens um; dadurch viel Beifang.

Ringwaden:


Ein Fischschwarm wird von dem Netz eingekreist und eingeschlossen. Das untere Netzteil wird zusammengezogen, die Fische sind wie in einem großen Beutel gefangen. Beifang z.B. von Meeressäugern. Keine Auswirkungen auf den Meeresboden.

Stellnetze:


Das feine Netz wird wie eine Wand im Wasser aufgestellt, in der sich wandernde Fische mit Kiemen oder Flossen verfangen. Es gibt wenig Beifang anderer Fische, aber dafür z.B. sehr viel an Kleinwalen. Keine Auswirkungen auf den Meeresboden.

Treibnetze:


Das Netz schwebt wie eine Wand im Wasser. Hoher Beifang, z.B. von Meeressäugern, Schildkröten, Haien. Diese Netze sind inzwischen weitgehend verboten.

Langleinen:


Angelschnur, die unterschiedlich viele Köderhaken hat. Sie kann bis zu 100 Kilometer lang sein und insgesamt bis zu 20.000 Köderhaken besitzen. Beifang, z.B. von Seevögeln.

Reusen:


Auf dem Meeresboden stehende Netzschläuche. Mit einem oder mehreren Leitnetzen werden die Fische zum Eingang der Reusen geleitet. Ökologisch fast unbedenklich.


Zuletzt bearbeitet von Ernährungsberater am Mo Feb 14, 2011 03:07, insgesamt einmal bearbeitet
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Beitrag Ökologische Bewertung 

Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Meeresfische und -früchte, die im deutschen Fischhandel zu haben sind, aber auch Süßwasserfische und Fische aus Bio-Aquakultur. Wir haben überprüft: Wie gesund ist der Fischbestand? Wie schädlich ist die Fangmethode für die Meeresumwelt? Wie hoch ist der Beifang? Unsere Einschätzungen basieren auf den neusten wissenschaftlichen Informationen. Beständen, bei denen die Gesamtsituation bedrohlich ist, haben wir ein rotes Symbol, bei einer bedenklichen ein gelbes und bei einer annehmbaren Gesamtsituation ein grünes Symbol gegeben. Es ist sehr schwer, alle nötigen Informationen zu erhalten, um festzustellen, ob eine Fischerei umweltfreundlich ausgeübt wird. Viele Fischarten werden in sehr unterschiedlichen Meeresgebieten von verschiedenen Fischereien gefangen.Wird eine Art z.B. sowohl mit umweltfreundlichen als auch mit umweltzerstörenden Methoden gefangen, so haben wir uns bei der Bewertung der Gesamtsituation dieser Kategorie für den Mittelwert (bedenklich) entschieden.
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Beitrag Unser heimisches Meer ist leer 

Ich, 49, habe in meinem Leben miterlebt wie Nord und Ostsee kaputt gemacht wurden.

Ich bin seit Kindesbeinen Angler und Kann folgendes sagen:

Dorsche und Kabeljau sind in den deutschen Gewässern praktisch kaum noch zu sehen.

Der Hering den ich selber noch vom Ufer aus mit einem Drahtkorb gefangen habe, hat extrem nachgelassen.

Plattfische: Sitz man den Ganzen Tag am Meer kann man mit wenigen maaßigen exemplaren Rechnen in den 60/70 er Jahren hatte man 100-150.

Makrelen: Bestände haben extrem abgebaut.

Gebiet um Helgoland: Seitdem Dünnsäureverklappen hat sich der Fischbestand noch nicht wieder richtig gebessert.

Als Meeresangler muss man nach Norwegen fahren um ein sicheres Fangergebnis wahrscheinlich zu machen.

In den Jahren 80 - 90 war die Nördliche Ostsee von Dänemark aus noch attraktiv. Ich habe aber selbst gesehen wie Raubbau an den Heeringsbeständen (Gammelfischerei für Fischmehl) die guten Dorschbestände ruiniert hat.

4 stunden Hochseeangeln 1985 von Grena (Jütland) ~60-80 Dorsche
1990 ~40-60
1995 ~15-20
2000 ~5-10
seit 2000 ~kaum noch maaßige Exemplare
Von 1980 bis 1995 bin ich immer eine Woche nach Dänemark zum Angeln gefahren. Der Urlaub hat sich selbst finanziert, weil ich dass ganze Jahr Fisch hatte. Heute kann davon keine Rede mehr sein.

Ich habe gesehen, das in vielen nach MSC zertifierten Fischpackungen untermaaßige Fische verarbeitet worden sind, für mich ist das keine nachhaltige Fischerei, das müsste mal kontrolliert werden.

Fische wachsen schnell, ließe man den Hering wieder hochkommen würden sich auch die anderen Bestände, denen der Hering als Futter dient (u.a. Makrele, Heilbutt, Dorsch und Dornhai) erholen können so ist das unmöglich.

Der massenhafte Fang von Glasaalen zur Herstellung von asiatischem Brotaufstrich vor Europas Küsten muss verboten werden.

Aber nach meinem Wissen erteilt die EU immer noch viel zu hohe Fangquoten, sodass es nicht besser werden kann, so ist das, wenn Lobbyisten und Bürokraten die Natur verwalten !


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