Elektroheizungen fast nie empfehlenswert: Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor Kostenexplosion
Mit Beginn der Heizsaison taucht sie wieder überall in den Werbeblöcken auf – die Elektroheizung. Die Anbieter versprechen niedrige Heizkosten, hohen Komfort und ein gutes Gewissen dank CO2-Reduktion.
Frank Menzer, Energieberater der Verbraucherzentrale Sachsen warnt jedoch vor bösen Überraschungen: "Statt zu sparen, treibt eine Stromheizung die Energiekosten oft in ungeahnte Höhen, besonders wenn das Haus schlecht gedämmt ist." Immer wieder sitzen ihm in der Beratung Verbraucher gegenüber, die sich ihre astronomisch hohe Stromrechnung nicht erklären können.
Besonders ineffizient und damit teuer sind Heizungen, die tagsüber Strom verbrauchen, beispielsweise die derzeit massiv beworbenen Infrarot-Flächenheizungen. Im Gegensatz zum etwas günstigeren Nachtstrom (ca. 13 Ct/kWh) kostet Strom tagsüber im Durchschnitt immerhin 24 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Für Gas oder Öl fallen pro Kilowattstunde gerade einmal sieben bis acht und für Holzpellets fünf Cent an.
Die Energiekosten einer Elektroheizung sind also mehr als doppelt so hoch wie bei anderen Energieträgern. Da sind Einsparungen, die Anbieter aufgrund vergleichsweise niedriger Investitionskosten für eine Elektroheizung versprechen, in kürzester Zeit wieder aufgezehrt.
Auch für den Klimaschutz ist die Elektroheizung nur dann ein Gewinn, wenn der Strom ausschließlich über einen reinen Ökostromtarif bezogen wird. "Nur so können Emissionen gesenkt werden", informiert Menzer. Andernfalls verursacht Heizen mit Strom wegen der Verluste bei Stromerzeugung und -transport sogar höhere CO2-Emissionen als andere Energieträger.
"Verbraucher, die für ihre Heizung eine größere Investition planen, sollten sich deshalb unbedingt anbieterunabhängigen Rat einholen", rät Menzer. "Bei einer neutralen Bewertung der individuellen Situation wird meist schnell klar, welches Heizsystem jeweils das Beste ist."

