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Erfahrung mit Gewinnspielagentur / Gewinnspielclub

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Beitrag Erfahrung mit Gewinnspielagentur / Gewinnspielclub 


Es klingt zu verlockend: Agenturen wie "WinWin.de" usw. versprechen, Kunden mit ihren Daten und einer eigens eingerichteten Email-Adresse bei einer Vielzahl von öffentlichen Preisausschreiben anzumelden. Es gibt die Möglichkeit, Autos, Plasmafernseher, Reisen usw. zu gewinnen und man muss für die Arbeit der Agentur einen Beitrag (bei WinWin etwas über 100 Euro pro Jahr) bezahlen. Der Clou: Gewinnt man nichts, bekommt man den gesamten Beitrag wieder zurück erstattet. Klingt toll? Vorsicht!!!
Ich habe mich darauf eingelassen und möchte hier meine Erfahrungen schildern. Zunächst einmal ist nicht nachvollziehbar, bei wie vielen Preisausschreiben man wirklich angemeldet wird. Nun gut, einige waren es auf jeden Fall, denn gelegentlich wurden mir Bestätigungslinks von irgendwelchen Firmen über die WinWin-Emailadresse zugeleitet. Autos gab es da leider nicht zu gewinnen, sondern eher Gewinne von der Größenordnung einer Dose Erbsensuppe o.ä.

Lektion 1: "Gewinn" ist hier nicht betriebswirtschaftlich gemeint. Wer 100 Euro investiert und dafür eine Dose Erbsensuppe im Wert von 2 Euro bekommt, hat betriebswirtschaftlich gesehen 98 Euro Verlust gemacht. Mit "Gewinn" ist hier aber alles gemeint, was man bekommt, also auch die Dose Erbsensuppe, womit die Gewinngarantie erfüllt wäre und es keinen Cent mehr zurück gibt. Klingt superlogisch, aber ich habe schon mehrfach erlebt, dass insbesondere Telefonmarketingagenten (das betrifft jetzt nicht WinWin) versuchen, vor allem Lotterielose mit so einer "Gewinngarantie" zu verscherbeln, wobei sie so argumentieren, man könne ja nichts falsch machen; entweder man gewinnt, oder man bekommt sein Geld zurück. Auch da gilt: Ein Euro gewonnen und hundert ausgegeben ist ein "Gewinn"! Wer nachfragt, bekommt das auch bestätigt, so dass rein rechtlich daran nichts auszusetzen ist. Eine absolut legale Deppenfalle also!

Gerne werden übrigens auch Reisegutscheine "verlost". So habe ich ganz am Ende meiner Vertragslaufzeit zwei Gutscheine über sage und schreibe je 400 Euro "gewonnen"! Glück gehabt? Eher nicht. Der Haken: Die Gutscheine gelten nur für eine einzige Reise zu einem ganz bestimmten Datum - natürlich in der Nebensaison. Die Reise kostet angeblich pro Person 498 Euro, nach Abzug des Gutscheins also 98 Euro. Es soll an die Cote d'Azur gehen. Mit dem Bus, Übernachtung irgendwo (vermutlich auf dem Lande, wo immer ein Superbillighotel frei ist) im Dreisternehotel mit Frühstück. Als aufpreispflichtige "Wunschleistung" (Preise richten sich "nach dem Gesamtangebot der Reiseleitung", werden also erst vor Ort bekannt gegeben) kann man Tagesausflüge machen. Vor kurzem habe ich für etwas über 200 Euro eine Flugreise in die Türkei, auch in der Nebensaison, auch in Dreisternehotels, aber immerhin mit Halbpension und einer Inklusivreise zu den berühmten Kalksteinterrassen in Pamukale (inklusive aller Eintrittsgelder usw.) gemacht. Im Vergleich dazu dürfte der Preis von 98 Euro für die angebotene Busreise bestenfalls angemessen sein. Der Verdacht liegt nahe, dass WinWin und der Reiseveranstalter, die Firma SPR-Reisen (www.spr-reisen.de) gemeinsame Sache machen, um einerseits die Rückzahlungen der WinWin-Beiträge zu vermeiden und andererseits gutgläubige Dummköpfe auf eine Billigreise zu schicken, auf der sie, um sich nicht in irgendeinem abgelegenen Schmuddelhotel zu Tode zu langweilen, überteuerte Tagesausflüge buchen sollen. Das würde dem Namen "WinWin" endlich eine plausible Erklärung liefern: Gewinnspielagentur und Reiseveranstalter machen beide Gewinn. Dass es wirklich so ist, kann ich nicht beweisen, aber wer sich die angebotenen Reiseleistungen mal ansieht, wird mir vermutlich zustimmen, dass jedenfalls der reguläre Reisepreis überhöht und die Kosten für Zusatzleistungen verschleiert sind, was nicht für große Seriosität spricht. Ich werde es auch nicht heraus finden, denn für so eine Reise ist mir meine Freizeit zu schade.

Lektion 2: Die Gewinngarantie ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein Bluff. Selbst wenn Sie nicht einmal eine Dose Erbsensuppe gewinnen, werden Sie Ihr Geld nie mehr wieder sehen, da Sie auf jeden Fall einen unbrauchbaren Scheingewinn erhalten werden. Ob das legal ist? Eher nicht, aber beweisen Sie mal, dass a) die Reise nur zum Schein regulär für 498 Euro angeboten wird und b) das Ganze ein zwischen WinWin und SPR-Reisen abgekartetes Spiel ist! Für rund 100 Euro Beitrag wird sich kaum jemand die Mühe machen und einen wegen der Beweislage wenig aussichtsreichen Prozess führen (auch ich nicht).

Daher mein Fazit: Niemand will Ihnen etwas schenken ohne Gegenleistung. Auch Gewinnspielclubs also mit Skepsis begegnen!!!





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