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Fleischskandal: Skrupellose und kriminelle Geschäftemacherei

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Beitrag Fleischskandal: Skrupellose und kriminelle Geschäftemacherei 


Die Skandale in der Fleisch verarbeitenden Industrie häufen sich in diesem Jahr. Ekel erregende und möglicherweise gesundheitsgefährdende Waren sollen zu Geld gemacht werden – nach Auffassung der Verbraucherzentrale Bremen ein mieses Geschäft auf Kosten der Verbraucher.

Ein niedersächsischer Betrieb hatte tiefgefrorenes Geflügel unsachgemäß aufgetaut, das Fleisch mit Wasser und Stabilisatoren aufgespritzt und an verschiedene Großhändler bzw. weiter verarbeitende Betriebe verkauft. Nach Aussage der Bremer Firma Könecke soll diese jedoch – entgegen anders lautender Meldungen – nicht von der Lastrup, sondern vom Stammsitz Lindern beliefert worden sein. Aber an Dönerbuden und Wochenmärkten in verschiedenen Bundesländern ist das Fleisch verkauft worden, an welche, ist nicht bekannt.

Bezeichnend ist, dass nicht die Kontrollen der Lebensmittelüberwachung das ekelige Geschäft ans Tageslicht gebracht haben, sondern dass eine Mitarbeiterin des Betriebes die Behörden auf die Zustände aufmerksam gemacht hat. Die Verbraucherzentrale Bremen fordert die Überwachungsbehörden auf, ihre Erkenntnisse über die belieferten Betriebe offen zu legen. Dies ist auch ohne Verbraucherinformationsgesetz dann möglich, wenn gesundheitsgefährdende und/oder Ekel erregende Lebensmittel in den Handel gekommen sind. Als völligen Irrweg beurteilt die Verbraucherzentrale in diesem Zusammenhang die Vorstellungen der CDU/CSU, die Lebensmittelüberwachung privatisieren zu wollen. Die Union plant, privatwirtschaftliche Institute mit der Lebensmittelüberwachung zu beauftragen – finanziert durch die Lebensmittelindustrie. Dann wird es auch offiziell keine Skandale mehr geben, denn die Institute werden kein Interesse daran haben, im Fall eines Falles die Namen ihrer Auftraggeber zu veröffentlichen.

Für die sich häufenden Skandale in der Fleischindustrie sind nach Einschätzung der Verbraucherzentrale vor allem drei Gründe zu nennen:

  • Ein enormer Preisdruck auf allen Ebenen der Fleischproduktion und -verarbeitung;
  • unzureichende Kontrollen der Behörden und der Firmen selber;
  • ein hohes Maß an Skrupellosigkeit und krimineller Energie.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt den Verbrauchern:

  • Bei Fleisch und Geflügel keine billige Massenware einkaufen, lieber weniger Fleisch und Geflügel essen, dafür aber hochwertiges;
  • das Gleiche gilt für verarbeitetes Fleisch und Geflügel: Billigste Geflügel-Nuggets, Wurstsorten oder Geflügelsalate müssen nicht, können aber ein höheres Skandal-Risiko bergen;
  • wer ganz sicher sein will, sich durch den aktuellen Fall nichts Ekeliges auf den Teller zu holen, sollte zurzeit auf verarbeitete Geflügelprodukte ganz verzichten;
  • beim Kauf von frischem Geflügel vor dem Kochen oder Braten einmal die Nase benutzen – was nicht mehr gut riecht, ist auch nicht mehr gut und muss reklamiert werden;
  • frisches Geflügel möglichst schnell verarbeiten, auch das stundenlange Herumtragen eines Hähnchens in einem warmen Kaufhaus ist nicht ratsam.



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