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Gammel und Schimmel bei Obst und Gemüse

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Beitrag Gammel und Schimmel bei Obst und Gemüse 


Verbraucherzentrale inspizierte Obst- und Gemüseabteilungen in Supermärkten und fand viel Gammel und Schimmel: Verbraucher müssen sehr genau hinschauen

Das kennt wohl jeder: ein Netz mit Apfelsinen gekauft, auf Faul- oder Schimmelstellen geachtet - und dann kullert einem zu Hause doch eine halbverschimmelte Frucht entgegen. Genauso ärgerlich ist es, wenn man zu Früchten greift, die pfund- oder halbpfundweise in Kunststoffschalen in den Regalen stehen. Von oben sehen die Erdbeeren gut aus, doch beim Auskippen ins Sieb gibt es wieder einmal Ausschuss - zermatscht oder verschimmelt. Und die Salat-Tristesse in vielen Supermärkten: schlapp, vergilbt und sogar verfault bekommt man die verschiedenen Köpfe fast überall - doch frisch und knackig sucht man sie häufig vergeblich. Und wer dennoch fündig wird, muss mit spitzen Fingern die gute Ware zwischen vergammelter herauspicken. Die Verbraucherzentrale des Landes Bremen hat in der Zeit vom 28.8. bis zum 11.9.02 20 Bremer und Bremerhavener Supermärkte inspiziert, um sich ein genaueres Bild über das jeweilige Obst- und Gemüseangebot machen zu können.

Neben dem Gesamteindruck der Abteilung wurden bestimmte Obst- und Gemüsesorten systematisch (Weintrauben, Zwetschgen, Nektarinen, Pfirsiche, Champignons, Porree und Salate) und auffällige Ausreißer zusätzlich erfasst. Das Ergebnis ist sowohl in Bremen als auch in Bremerhaven unhaltbar. Zu 80 % waren die Obst- und Gemüseabteilungen ungepflegt, unordentlich oder verdreckt. Durchwühlte Kisten, auf dem Boden herumliegender und gefährlich rutschiger Abfall, Obstfliegenschwärme und ein Warenangebot, das sich in einem teilweise katastrophalen Zustand befand:

  • Zermatschte und großflächig verschimmelte Pfirsiche und Nektarinen
  • völlig verschimmelte Zwetschgen, bei denen es im auslaufenden Saft bereits blubberte
  • matschige, faulende, schimmelnde und schleimige Fäden ziehende Weintrauben
  • Zitronen, deren Schalen komplett mit einem dichten grünen Schimmelrasen überzogen waren
  • am Wurzelansatz schimmelnde Möhren
  • welke, häufig faulende Salatköpfe
  • hoch betagter, vergilbter und allenfalls für den Kompost geeigneter Porree

So wurden u.a. 52 Angebote von verschiedenen Salatsorten (Kopfsalat, Eisbergsalat, Lollo rosso/bianco, Feldsalat, Frisee) bewertet: lediglich ein Fünftel (21 %) wurden als einwandfrei eingestuft, ein knappes Drittel (31 %) war schlapp oder schon völlig verwelkt und fast die Hälfte (48 %) war bereits faulig. Auch das Angebot an saisonalem Obst ein Trauerspiel: bei Weintrauben und Nektarinen/ Pfirsichen war lediglich ein Viertel (25 %) bzw. gut ein Fünftel (21 %) in Ordnung, auf den weitaus größeren Rest verteilen sich Druckstellen, Fäulnis und Schimmel. Unverständlich war, dass die Testeinkäuferin der Verbraucherzentrale selbst bei völlig verschimmelter Ware an keiner einzigen Kasse aufgefordert wurde, diese gegen einwandfreie auszutauschen.

Forderungen der Verbraucherzentrale:

Die Lebensmittelüberwachung muss hier stärker durchgreifen! Festgelegte Probenpläne haben ihre Berechtigung, aber das Abstellen offensichtlich gravierender Mängel sollte ebenfalls eine Selbstverständlichkeit sein. Das "Anbieten" von verfaulten und verschimmelten Lebensmitteln darf nicht als Bagatelle behandelt werden, sondern muss entsprechende Sanktionen nach sich ziehen.

Es darf keine weiteren Sparmaßnahmen im Bereich der Lebensmittelüberwachung mehr geben - im Gegenteil: die personelle und technische Ausstattung muss verbessert werden.

Ungeachtet der fehlenden Kontrolle muss es für eine verantwortungsbewusste Geschäftsleitung oberstes Gebot sein, für ihre Kundschaft ein ungefährliches, nicht vergammeltes und ekelerregendes Obst- und Gemüseangebot bereitzuhalten. Die Geschäftsleitungen werden deshalb aufgefordert, die jeweiligen Abteilungen einmal täglich sorgfältig kontrollieren zu lassen.

Der Einzelhandelsverband muss das Problem ebenfalls aufgreifen und seine Mitglieder in die Pflicht nehmen.

Empfehlungen für die Verbraucher:

  • Beim Kauf von Obst und Gemüse ganz genau hinschauen;
  • unhaltbare Zustände bei der Filialleitung reklamieren;
  • bei unverändert schlecht bleibendem Angebot die Lebensmittelüberwachung informieren;
  • versehentlich eingekaufte "Schimmel- oder Gammel-Ware" umgehend mit dem Bon reklamieren;
  • häufiger regional und saisonal erzeugte Lebensmittel auf dem Wochenmarkt oder in einem Hofladen einkaufen - ein Mehr an Qualität ist sicher!



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