Kostspielige Verse verärgern den Verbraucherschutz
Was früher die Dialer waren, sind heute Gratisdienste. Das sind Internetdienste, die, fleischfressenden Pflanzen ähnlich locken, sich auf den ersten Blick täuschend als gratis tarnen und sodann als kostenpflichtig entpuppen. Jüngstes Beispiel für solche Beschwerden sind Gedichtehomepages, nämlich gedichte-heute.de und gedichte-server.com. Die gleichen erdichteten Verträge werden Verbrauchern bei iqfight.de, lebenserwartung.de und neuerdings auch unter genealogie.de untergeschoben.
Nach Ansicht der Verbraucherzentrale Bremen gilt folgendes: Ein Vertrag kommt nicht durch Anklicken eines „AGB-Kästchens“ zustande. Es muß vielmehr unmißverständlich deutlich gemacht werden, daß durch die Registrierung überhaupt ein Vertragsverhältnis entsteht. Niemand sollte sich durch Mahnungen und Drohungen mit oder durch Inkassobüros kirre machen lassen. Wenn jeder diesem Rat folgt, ist das Geschäftsmodell solcher Firmen, das auf Einschüchterung beruht, zerstört. Der Verbraucher namens Mario, der sich nicht hat einschüchtern lassen, bemerkte in einem Rechtsforum über die Betreiber der Seite gedichte-heute.de, die berüchtigten Gebrüder Schmidtlein: „niedrigst gesinnte Affen, die sich auf Kosten anderer bereichern, und sich selber dabei noch genial finden, weil sie so erfolgreich verarschen und abzocken können... stimmts?!?“
Der Vollständigkeit halber möchten wir darauf hinweisen, daß von allen drei Dichtern, deren Konterfei auf der Homepage gedichte-server.com prangt, nämlich Heine, Goethe und Schiller, Gedichte tatsächlich gratis zu haben sind, nämlich auf http://gutenberg.spiegel.de.
Kostenfallen im Internet
Landgericht Hanau: Vertragsfallen im Internet
Kostenpflichtige Internetseiten

