Geflügel aus
artgerechter Haltung – aktualisierte Liste mit Einkaufsmöglichkeiten kostenlos bei der Verbraucherzentrale Bremen erhältlich
In den Weihnachtswochen wird so viel Großgeflügel verzehrt, wie sonst im ganzen Jahr nicht. Die Verbraucherzentrale Bremen empfiehlt, artgerecht gehaltenes Geflügel zu bevorzugen, egal, ob es sich um ein Suppenhuhn oder um die Festtags-Gans handelt. Billigware stammt fast immer aus intensiver Mast, in der der Tierschutz keine Bedeutung hat.
Was der enorme Preisdruck außerdem für Folgen haben kann, zeigen die Fleischskandale der letzten Wochen. Tonnen von Gammelware, auch Geflügel, lagerte in Kühlhäusern und ist wohl zum Teil schon gegessen worden.
Das grausame Stopfen der Gänse ist zwar in Deutschland verboten, beispielsweise jedoch nicht in Ungarn, Frankreich oder Israel. Auf den Kauf importierter Gänse und auf Produkte aus Gänseleber sollte deshalb im Sinne des Tierschutzes ebenfalls verzichtet werden. Deutschland ist der größte Importeur von Gänseleber. Etwa 10.000 kg kommen jedes Jahr ins Land – ein gutes Geschäft, wenn man weiß, dass für 1 kg ca 60,- – gezahlt werden. Bei einer Gänseleberpastete aus dem teuren Feinkostladen ist immer davon auszugehen, dass es sich um Stopfleber handelt.
Beim Kauf von Geflügel sollte man sich von Begriffen wie „tiergerecht“, „artgerecht“ oder „bäuerliche Aufzucht“ nicht irreführen lassen, denn diese sind gesetzlich nicht geschützt.
Die Europäische Union hat vier Angaben definiert, auf die sich Verbraucher und Verbraucherinnen verlassen können, und die tatsächlich bessere Haltungsbedingungen für die Tiere bedeuten:
* Extensive Bodenhaltung
* Auslaufhaltung
* Bäuerliche Auslaufhaltung
* Bäuerliche Freilandhaltung
Nur wenn eine dieser vier Worte bzw. Wortkombinationen auf den Verpackungen bzw. Schildern zu finden sind, ist ein Mehr an Tierschutz gewährleistet.
Immer wieder wird in der Verbraucherzentrale danach gefragt, ob der Geflügelverzehr im Zusammenhang mit der
Vogelgrippe ein Risiko bedeutet. Doch aus den betroffenen Ländern ist der Geflügelimport verboten, und bis Deutschland ist das gefährliche Virus glücklicherweise noch nicht gekommen. Augrund einer möglichen Salmonellengefahr ist grundsätzlich eine sorgfältige Küchenhygiene wichtig.
Bei der Verbraucherzentrale Bremen ist der nun aktualisierte Ratgeber „Appetit auf Huhn und Pute“ wieder erhältlich. Er enthält Informationen zu Haltungsformen und Kennzeichnungsvorschriften und kann kostenlos bei der Verbraucherzentrale Bremen, Altenweg 4, herausgeholt werden. Beigelegt ist ein Faltblatt über Einkaufsmöglichkeiten von regionalem (Bremen und umzu) Geflügel, das nicht aus Massentierhaltung stammt. Diese Liste kann auch im Internet abgerufen werden.