Gentechnik in Lebensmitteln: Neue Kennzeichnungspflicht!
Sei dem 18. April 2004 gilt die europäische Verordnung zur Kennzeichnung von
gentechnisch veränderten Organismen in Lebensmitteln. Verbraucher, die auf Gentechnik verzichten wollen, können jetzt gezielter einkaufen. Denn mehr als 70 Prozent der Bevölkerung lehnen den Einsatz von Gentechnik bei Lebensmitteln ab. Daher empfiehlt die Verbraucherzentrale Bremen, vor allem bei Produkten mit Bestandteilen von Soja, Mais oder Raps genau hinzuschauen. Der Hinweis „genetisch verändert“ wird sich beispielsweise bei Sojaöl, Maismehl oder Stärkeverbindungen wieder finden - allerdings nur im Kleingedruckten in der Zutatenliste. Also bei zusammenge-setzten Produkten, wie z.B. Cornflakes, Schokoriegeln, Backwaren u.a. die Zutatenlisten genau anschauen! Bei unverpackten Lebensmitteln ist ebenfalls der Hinweis „...genetisch verändert...“ auf einem Schild vorgeschrieben, z.B. bei lose verkauften Süßwaren.
Dass man bisher kaum gekennzeichnete Lebensmittel findet, liegt an den Ausnahmeregelungen und Übergangsfristen. Als Ärgernis bezeichnet die Verbraucherzentrale beispielsweise die Kennzeichnungslücken für tierische Produkte. So müssen zwar künftig die Futtermittel, nicht jedoch das Kotelett, das Ei oder die Milch von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden, eine entsprechende
Kennzeichnung aufweisen. Die EU-Öko-Verordnung verbietet den Einsatz von Gentechnik in der Erzeugung von Bioprodukten. Der Kauf von Produkten mit dem Biosiegel ist eine Möglichkeit Lebensmittel schnell zu erkennen, die ohne Gentechnik erzeugt wurden. Darüber hinaus haben sich auch einige konventionell wirtschaftende Landwirte, Verarbeiter und Handelsunternehmen freiwillig verpflichtet, keine Gentechnik einzusetzen. So werben zum Beispiel Hersteller von Markenfleischprogrammen unter dem Stichwort „gentechnikfreie Produktion“ damit, keine Gentechnik bei ihren Produkten verwendet zu haben. Schließlich entscheidet die Nachfrage nach gentechnikfreien Lebensmitteln über das Angebot.
Die Verbraucherzentrale wird den Markt beobachten und neue Entwicklungen in die Gentechnik-Liste aufnehmen. Die Verbraucherzentrale geht davon aus, dass die Liste immer umfangreicher wird. Zugleich fordert sie die Verbraucher auf, durch „Politik mit dem Einkaufszettel“ das Angebot zu beeinflussen.