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Kein wirklicher Wettbewerb auf dem Gasmarkt

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Beitrag Kein wirklicher Wettbewerb auf dem Gasmarkt 


Kein wirklicher Wettbewerb auf dem Gasmarkt – kaum Konkurrenz: eprimo, E wie Einfach, Bremer Energiehaus Genossenschaft

Während Stromkunden, die sich über hohe Preise ärgern, einfach den Anbieter wechseln können, gibt es unter den Gasversorgern bislang kaum Konkurrenz.

Zum ersten September 2008 ist für Bremen ein Anbieter hinzugekommen: eprimo, ein Ableger des RWE-Konzerns, des zweitgrößten Energiekonzerns Deutschlands. Aus verbraucherpolitischen Gründen, scheint uns die RWE nicht unbedingt die erste Wahl zu sein: Im April 2007 leitet die EU-Kommission ein Missbrauchsverfahren gegen RWE ein unter dem Verdacht, sie habe über die RWE Transportnetz Gas GmbH Konkurrenten den Zugang zum Erdgasmarkt erschwert. Nach Androhung eines Bußgeldes in dreistelliger Millionenhöhe gegen RWE endete das Verfahren mit einer Einigung zwischen der EU und dem Energiekonzern im Mai 2008. RWE verpflichtet sich im Zuge dessen, sein Gas-Übertragungsnetz in Deutschland innerhalb von zwei Jahren an einen unabhängigen Dritten zu verkaufen. Zudem betreibt das Unternehmen jeweils fünf Atomkraftwerke, Braunkohle- und Steinkohlekraftwerke.

Eprimo berechnet pro Kilowattstunde 6,98 Cent und einen Grundpreis von 9,83 Euro im Monat - mit einer Vertragsbindung und Festpreisgarantie von einem Jahr. Zum Vergleich: die swb verlangt 7,31 Cent pro Kilowattstunde und kassiert ebenfalls einen Grundpreis von 9,83 Euro. Ein Wechsel von der swb zu eprimo würde bei einem Verbrauch von 25 000 Kilowattstunden also eine Ersparnis von rund 82,- Euro im Jahr bedeuten - plus einem einmaligen Bonus von 75,- Euro für jeden Neukunden. Zusätzliche 20,- Euro erhalten all jene Kunden, die ihren Vertrag online abschließen.

Nur diese einmaligen Gutschriften machen das eprimo-Angebot wirklich günstiger. Ohne sie ist das Internetangebot der swb billiger, in das jeder Kunde ebenfalls problemlos wechseln kann. Das swb24-Angebot ist momentan preiswerter als das Angebot von E-wie-Einfach.

E wie Einfach ist eine Tochter des Branchenriesen E.ON. Die wirbt damit, 0,2 Cent pro Kilowattstunde Gas billiger zu sein als der örtliche Versorger. Ob man sich bei E.ON besser aufgehoben fühlen kann, als bei der swb ist zu bezweifeln. Dies insbesondere aus verbraucherpolitischen Erwägungen. Global Player wie E.ON sind auf Marktbereinigung aus. Nur ein Beispiel: Ende Juli 2007 leitet die EU-Kommission ein Kartellverfahren gegen E.ON sowie gegen den französischen Gaskonzern Gaz de France ein. Die beiden Unternehmen sollen Vereinbarungen getroffen haben, sich nach der Liberalisierung des europäischen Gasmarktes 2004 keine Konkurrenz auf dem jeweiligen Heimatmarkt zu machen. Außerdem betreibt das Unternehmen neun Kernkraftwerke, zwei Braunkohlekraftwerke und neun Steinkohlekraftwerke.

Die Bremer Energiehausgenossenschaft e.G. liefert zurzeit (recht preiswerten) Strom; sie kann noch kein Gas liefern. Sie steht nach eigener Auskunft in intensiven Vertragsverhandlungen über Gasbezug. Es sieht nach Angaben der Genossenschaft gut aus, dass zum Jahreswechsel die Gasbelieferung starten kann. Die Genossen werden sich bemühen, unter dem Preis des Grundversorgers (swb) zu bleiben.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt und warnt abschließend:

  • Für diejenigen, die bisher schon kürzen und den Erhöhungen widersprechen, kann es keinen günstigeren als den gekürzten Preis geben.

  • Die günstigen Internettarife (Abwicklung über das Internet) sind an die Erteilung einer Einzugsermächtigung gekoppelt. Das macht es unmöglich, etwaigen Erhöhungen zu widersprechen und gleichzeitig die erhöhten Preisbestandteile herauszukürzen, so wie es die Verbraucherzentrale empfiehlt.

  • Die Vertragsbindung auf ein Jahr birgt kalkulatorische Risiken. Der Ölpreis ist gefallen. Deshalb muss der Gaspreis ab Januar 2009 sinken. Eine langfristige Voraussage der Preisentwicklung wird allerdings niemand treffen können. Letztendlich ist eine längerfristige Vertragsbindung deshalb „Gaspreislotterie“. Die Anbieter werden aber hochgerechnet haben, mit welchen zu erwartenden Preisen kalkuliert werden muss. Im Wirtschaftsleben wird einem nämlich niemals etwas geschenkt.


Gas: swb bekommt Konkurrenz


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