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Klima-Musterhaushalte: Wärmedämmung

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Beitrag Klima-Musterhaushalte: Wärmedämmung 


Isolieren lohnt sich


Mit Wärmeisolierung können Hausbesitzer viel für sich und für das Klima tun. Den Klima-Musterhaushalten Maaß und Homfeld empfiehlt die Verbraucherzentrale Bremen in Deckenisolierung zu investieren. So können jedes Jahr mehrere Tonnen CO2 eingespart werden. Nach 10 bis 15 Jahren rentieren sich viele Maßnahmen.

Angesichts steigender Energiepreise und prognostizierten Klimawandels machen sich mittlerweile fast alle Eigenheimbesitzer Gedanken über die Wärmeisolierung ihres Hauses. Gerade ältere Häuser verfügen oft nur über einfachste Isolierungen. Da kommen schnell 20.000 Kilowattstunden (kWh) Gas oder 2.000 Liter Öl im Jahr allein für die Heizung zusammen.

Traum vom Eigenheim in Ganderkesee benötigt Dämmung


So wie beim Klima-Musterhaushalt Maaß. Das Ehepaar Maaß hat es sich in seinem Haus in Ganderkesee gemütlich eingerichtet. Wenn da nicht die hohen Energiekosten mit mehr als 1.800 Euro pro Jahr wären. Im vergangenen Jahr haben sie über 27.000 kWh Gas verbraucht und damit etwa sechs Tonnen des Treibhausgases CO2 produziert. Für die Heizung benötigten sie etwa 82% und für Warmwasser 18% des Erdgases.

Das 1975 gebaute Haus hat das Ehepaar vor sechs Jahren gekauft. Die Fenster sind vor acht Jahren neu eingebaut worden und gut in Schuss. Aber im Haus gibt es zwei Bereiche, in denen der Energieexperten der Verbraucherzentrale Bremen Handlungsbedarf sieht. Die Deckenisolierung und eine Kältebrücke, die in der Außenwand unter dem Dachgiebel liegt

Decken ausreichend isolieren


Um weniger Wärme zu verbrauchen empfiehlt es sich für das Ehepaar aus Ganderkesee, die Geschossdecke besser zu isolieren. Momentan verpufft die Wärme fast ungehindert durch die Decke. Eine 20 Zentimeter dicke Isolierschicht aus Zellstoffen auf die Deckenkonstruktion aufgebracht, würde Abhilfe schaffen.

Die Eheleute Maaß haben keine begehbare Geschossdecke, somit sind sie nicht verpflichtet die Decke nachträglich zu isolieren. Nach der Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV 2009) müssen begehbare Geschossdecken bis 2011 gedämmt werden, wenn es seit dem 01.02.2002 einen Eigentümerwechsel gab. Fürs Klima lohnt sich die Investition dennoch. Die Verbraucherzentrale setzt den Einspareffekt durch eine Isolierung mit mindestens 20% dann auch recht hoch an. Bei Kosten von etwa 3.000 Euro und jährlichen Einsparungen von knapp 300 Euro würde sich die Maßnahme in etwa zehn Jahren rechnen. Bei steigenden Energiekosten früher. Zudem könnte das Ehepaar Maaß etwa eine Tonne CO2 im Jahr einsparen.

Durch Kältebrücke droht Schimmel


Die Kältebrücke, hervorgerufen durch einen Stahl-Träger, hat auch schon zu Feuchtigkeit an den Innenwänden geführt. Wenn nicht gehandelt wird, droht Schimmel. Der Experte der Verbraucherzentrale empfiehlt, an der betroffenen Außenwand und unter dem Giebel eine äußere Isolierung, die etwa 6.000 bis 7.000 Euro kosten würde, anzubringen. Damit wäre das Problem der Kältebrücke behoben und das Haus wäre gleichzeitig besser gedämmt.

Bei einer grob geschätzten Einsparung von 10% würden sich die Kosten nur langfristig amortisieren, dafür kann das Schimmelproblem abgewendet werden, was den Wert der Bausubstanz erhält. Momentan würden Maaß 5% der Investitionskosten durch die KfW-Bank gefördert bekommen. Umgerechnet wären das 300 Euro.

Bei den Homfelds zieht die Wärme zu den Fenstern raus


Dem Klima-Musterhaushalt von Familie Homfeld in Bremen empfiehlt der Fachmann einen Austausch der Fenster. Viele stammen noch aus dem Baujahr des Hauses, von 1970. Der Architekt schätzt den Einspareffekt auf 60% im Bereich der Fensterflächen. Zumindest den Austausch des Fensterglases legt er Frau Homfeld ans Herz.

Bei Frau Homfeld und ihren beiden Söhnen ist es nicht die Geschossdecke, die isoliert werden sollte, sondern die Decke des Kriechkellers. Dort geht ebenfalls viel Energie verloren. Eine Isolierung könnte 15% Energie einsparen. Das wären bei einem Jahresverbrauch von 19.000 kWh etwa 2.800 kWh Gas oder etwa 0,6 Tonnen CO2. Einsparen würde Familie Homfeld etwa 170 Euro im Jahr. Angesichts der Kosten von etwa 6.000 Euro würde sich diese Investition allerdings nur langfristig rentieren. Für das Wohlbefinden würde sich diese Investition dagegen sofort lohnen – das Haus wäre nicht länger fußkalt.

Behagliches Heim durch aktiven Klimaschutz


Beide Klima-Musterhaushalte haben durch die Energieberatung viele neue Anregungen erhalten, über die sie sich nun Gedanken machen werden. Konkret beginnen werden Maaß mit den Heizkörpernischen. Dort hat die Außenwand nur die halbe Breite. Angesichts der geringen Kosten und des geringen Aufwands eine schnelle und einfache Maßnahme. Große Energieeinsparungen sind so aber nicht zu erwarten.

Investitionen in größerem Umfang müssen gründlicher überlegt werden. Angesichts wahrscheinlicher Energiepreissteigerungen in den nächsten Jahren werden sie sich aber wohl schnell rentieren. Der Wert des Hauses steigt unmittelbar, das Raumklima verbessert sich spürbar und mit der Energieeinsparung tun Verbraucher auch was für das Klima.

Tipps für Hausbesitzer:



  • Testen Sie Ihren Heizenergieverbrauch. Teilen Sie den Heizenergieverbrauch (1 Liter Heizöl bzw. 1 Kubikmeter Erdgas = 10 kWh) durch die beheizte Wohnfläche. Erfolgt die Warmwasserbereitung nicht über die Heizung, addieren Sie zu Ihrem Energieverbrauch 1.000 kWh pro Person.
    Code:
       
          bis 100 kWh              Niedrig
          100 bis 180 kWh          In Ordnung
          180 bis 260 kWh          Hoch
          über 260 kWh             Viel zu Hoch

          Heizenergie pro Jahr und Quadratmeter Wohnfläche, inklusive Warmwasser

  • Erforderliche Sanierungen nicht auf die lange Bank schieben: Eine Verschärfung der Energieeinsparverordnung (aktuell EnEV 2009) ist absehbar, vermutlich ab 2012.
  • Wärmeisolierungen lohnen sich fast immer, viele Investitionen amortisieren sich nach ca. 10 Jahre und sind aktiver Klimaschutz
  • Viel Energie geht durch die Außenhülle verloren (Wände, Dach, Fenster). Hier sollte eine (Teil-)Sanierung ansetzen.
  • Fördermöglichkeiten prüfen: z.B. gibt es unterschiedliche Zuschüsse von der ->KfW-Bank.
  • Die Energieberater der Verbraucherzentrale beraten unabhängig. Diese prüfen u.a. auch Kostenvoranschläge und beraten zu Fördermöglichkeiten. Die Beratung wird durch das BMWi gefördert, der Eigenanteil beträgt 5,-- Euro.


für mich. für dich. fürs klima


Viele Verbraucher möchten gerne mehr für das Klima tun, können dies im Alltag aber nicht immer umsetzen. Wie das geht, dazu beraten die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale sechs Klima-Musterhaushalte aus Bremen und dem Umland in den Bereichen Konsum, Wärme, Strom, Ernährung und Mobilität.

Die Energieberatungen, die im Rahmen der Aktion Musterhaushalte durchgeführt werden, werden durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert. Die Mobilitätsberatung wird mit Hilfe des Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) durchgeführt.

Das Projekt ist Teil der bundesweiten Verbraucherallianz „für mich. für dich. fürs klima.“ Beteiligt sind neben dem Verbraucherzentralen Bundesverband (vzbv) und den 16 Verbraucherzentralen der Deutsche Mieterbund (DMB), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), der VCD, der VerbraucherService (VS) im Katholischen Deutschen Frauenbund und Germanwatch.

Die Allianz klärt mit bundesweiten Aktionen über die Chancen jedes Einzelnen beim CO2-Einsparen auf. Gegenüber Politik und Wirtschaft vertritt sie die Interessen der Verbraucher für einen Klimaschutz ohne Hürden. Unlautere Werbung mit Klimaschutzargumenten stoppt sie mit juristischen Mitteln. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Siehe auch:

Heizen und Warmwasser
Ernährung: Regional, saisonal und wenig Fleisch
Mobilität: Mit Muskelkraft Mobil fürs Klima
Klima-Musterhaushalte kämpfen weiter fürs Klima


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