Umfragen belegen, dass probiotische Lebensmittel einen guten Ruf haben. Viele Menschen glauben den Aussagen der Hersteller, dass die Auswirkungen auf Darm und Abwehrkräfte positiv sind. Da stört es dann auch nicht, dass probiotische Lebensmittel teurer als vergleichbare Produkte sind. Doch was genau ist überhaupt ein probiotisches Lebensmittel? Die Hersteller fügen den Produkten, z.B. Joghurts, spezielle Milchsäurebakterien zu, die widerstandsfähiger sind und damit länger die aggressiven Verdauungssäfte überleben können. Das klingt erst einmal ganz gut, denn für eine gesunde Darmflora ist eine Vielzahl von Bakterienarten und -stämmen unerlässlich. Doch nur zwischen 10 und 40% der aufgenommenen Kleinsthelfer überleben die Säuren von Magen und Galle.
Zitat:
"Bringt die Darmflora in ein natürliches Gleichgewicht"
"Verdauungsbewußte Ernährung"
"Ein täglicher Beitrag zu Ihrer Gesundheit"
So oder so ähnlich lauten die vollmundigen Werbesprüche, mit denen die Hersteller ihre Produkte bis jetzt äußerst erfolgreich anpreisen. Damit liegen sie übrigens im Trend, denn der Markt für derartige („funktionelle“) Lebensmittel boomt.
Doch auch ganz normale Sauermilchprodukte, also Joghurts, Dickmilch, Kefir oder Buttermilch enthalten Milchsäurebakterien, die sich ebenfalls im Darm gesundheits-fördernd auswirken. Und da es bis jetzt zu wenige vergleichende Untersuchungen gibt, wird der angeblich zusätzliche Nutzen von probiotischen Milchsäurebakterien auch von wissenschaftlicher Seite angezweifelt. Man sollte sich nicht von den Werbeaussagen der Firmen blenden zu lassen. Bei einer gesunden, ausgewogenen Ernährung gehören Sauermilchprodukte dazu, aber die herkömmlichen tun es auch!

