Vorsicht Falle: Werbemasche!
Wer die verschiedenen Zeitschriften und diversen Anzeigenblätter aufschlägt, sieht es schnell: zurzeit wird wieder verstärkt sowohl für
Schlankheitsmittel als auch für
Nahrungsergänzungsmittel Werbung gemacht. Jüngstes Beispiel: am Wochenende wurde in Bremen in einer Anzeigenzeitung auf einer fast ganzseitigen Anzeige mit einer Fett fressenden „Kohlsuppen-Schlank-Kapsel“ geworben. Angeblich soll mit diesen Kapseln das Fett aus den Speckpolstern herausgelöst werden, und das ohne jede Veränderung des Ernährungsverhaltens. Um welche Wirkstoffe genau es sich dabei handeln soll, verrät die Werbung allerdings nicht. Die Krönung: „Jede Mahlzeit wird sozusagen zur Nulldiät“ wird in der Anzeige behauptet – nach Auffassung der Verbraucherzentrale Bremen eine dreiste Lüge. Sie warnt die VerbraucherInnen dringend davor, solchen Aussagen Glauben zu schenken. Ohne eine Umstellung der Ernährung wird es nicht zu einer Gewichtsreduktion kommen. Das in der Anzeige zugesicherte Rückgaberecht erweist sich nach den Erfahrungen der Verbraucherzentrale fast immer als Makulatur. Zumal, wenn die Firma ihren Sitz im Ausland hat, wie es hier der Fall ist, ist eine Geldrückgabe eher unwahrscheinlich.
Die 2. Werbewelle propagiert einmal mehr die Nahrungsergänzungsmittel. Die Einnahme zusätzlicher Vitamine und Mineralstoffe wird als gesundheitsfördernd und vitalisierend empfohlen. Doch das Angebot an Obst und Gemüse ist gerade im Sommer von einer überwältigenden Vielfalt, und eine zusätzliche Einnahme von Nährstoffen völlig überflüssig. Zudem weisen Ernährungswissenschaftler immer wieder darauf hin, dass isoliert eingenommene Vitamine nicht die gleiche Wirkung haben wie die natürlicherweise in Obst oder Gemüse vorkommenden.
Immer häufiger kommt es vor, dass den VerbraucherInnen insbesondere die Nahrungsergänzungsprodukte privat, also zum Beispiel von Freunden oder Arbeitskollegen, die in das Vertriebssystem solcher Firmen eingestiegen sind, angeboten werden. Und nicht nur das: immer öfter werden sie nicht nur zum Kauf solcher Produkte überredet, sondern auch dazu, diese ebenfalls zu verkaufen. Doch die Verbraucherzentrale rät dringend zur Vorsicht. Abgesehen von der Sinnlosigkeit der Produkte ist auch der wirtschaftliche Erfolg extrem zweifelhaft. Und der oder die Gutgläubige „sitzt“ dann möglicherweise auf einem Berg von Produkten, den er bzw. sie nicht mehr loswird. Der Verbraucherzentrale ist ein Fall bekannt, bei dem eine junge Frau von ihrem eigenem Bruder zu einem derartigen Einstieg überredet wurde – mit der Folge, dass sie wirtschaftlich ruiniert war.
Und wem von einem Freund oder einer Freundin derartige Präparate angeboten werden, sollte - bei aller Freundschaft! – äußerst kritisch Werbeaussagen, Nutzen und nicht zuletzt den Preis der Präparate überprüfen.
Siehe auch:
ABC der Schlankmacher: von Abführmittel bis Zuckerblocker