DoubleSlash
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Schokolade – köstliche Speise der Götter
Besonders die Erzeugnisse aus edlen Kakaobohnen können – in Maßen genossen – ganz schön gesund sein.
Ob milchig-süß oder zart-bitter, ob als Heißgetränk oder Pralinen – bei Schokolade kann kaum jemand standhaft bleiben. Dafür gibt es gute Gründe: Schokolade enthält Serotonin und Endorphine – Glücksbringer und Opiate. Schokolade, die pure Versuchung, gilt unter Ernährungsexperten keineswegs als pure Sünde. Denn sie kann uns ziemlich gut tun – ein Gefühl, das zweifellos viele Menschen kennen. Doch oft packt einen nach einer Portion Schokolade die Reue – so viele Kalorien, so schnell verdrückt – und sooo lange auf den Hüften.
Die Reue nach dem Genuss muss nicht sein: Wie bei so vielen Dingen im Leben geht es bei Schokolade einfach um die Menge. Wer genießen will, sollte auf die Qualität achten, denn gute Schokolade birgt viele positive Inhaltsstoffe: Sie enthält Mineralien wie Zink, Kalium oder Phosphor und sie ist ein guter Eisen- und Magnesiumlieferant. Sie enthält Serotonin und Endorphine. Der Glücksbringer Serotonin wirkt entspannend und erheitert das Gemüt. Endorphine sind körpereigene Opiate – also Schmerz- und Rauschmittel, die der Körper selber herstellt. Schokolade ist aber vor allem fetthältig und lässt, je heller sie ist, den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen. Bei dunkler Schokolade ab 50 Prozent Kakaogehalt ist der Zuckergehalt reduziert, das enthaltene Fett ist ein wertvolles, pflanzliches aus der Kakaobohne. Maria Weber, Schokolade-Expertin vom Feinschmecker-Fachgeschäft Xocolat in Wien: ,,Eine hochwertige Schokolade kann man mit gutem Gewissen genießen.” Dunkle Schokolade, rät die gertenschlanke Kennerin, stille viel schneller den Gusto auf Süßes, „während man von der hellen Schokolade viel leichter eine ganze Tafel verputzen kann – das passiert sogar mir immer wieder, wenn ich helle Schokolade esse.”
Jung erhaltender Genuss
Barbara Schmid, Leiterin des Studiengangs Diätologie an der FH St. Pölten, warnt vor dem Genuss von zu viel Schokolade: ,,Man muss sich bewusst sein, dass 100 Gramm Schokolade 500 bis 600 Kilokalorien haben.” Doch auch sie stellt der dunklen Süße ein gutes Zeugnis aus: Schokolade ab einem Kakaoanteil von 60 Prozent enthalte Flavonoide, eine Gruppe chemischer Verbindungen mit antioxidanten Eigenschaften, die aus einer Reihe von Pflanzen gewonnen wird. Diese Substanzen neutralisieren die „freien Radikale” und wirken damit präventiv gegen den Alterungsprozess, gegen Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dunkle Schokolade hat einen niedrigen glykämischen Index, lässt daher den Blutzuckerspiegel nur langsam steigen und ist für Diabetiker eher geeignet. Schwarze Schokolade schützt die Zähne durch die bitter schmeckenden Gerbstoffe wirksam vor Karies.
Ernährungsberaterin Petra Nemec von „die umweltberatung” verweist auf die über 300 Inhaltsstoffe, die man bisher in Schokolade festgestellt hat: neben Fett, Proteinen, Kohlenhydraten und Ballaststoffen sind das beträchtliche Mengen an Mineralien, darunter Kalium und Magnesium. Die hauptsächlich im Kakaofett enthaltene Stearinsäure hat einen neutralen Effekt auf den Blutcholesterinspiegel. In Schokolade finden sich stimulierende Alkaloide wie Theobromin und Koffein. Nachgewiesen wurden Wirkstoffe wie Phenylethylamin, das gegen Depression helfen soll, oder Theophyllin, das stimulierend auf den Kreislauf und das zentrale Nervensystem wirkt. Nemec: „Schokolade gilt als Seelentröster – wegen des hohen Fett- und Zuckergehaltes und vor allem wegen der Eiweißsubstanz Tryptophan, die den Serotoningehalt steigert. Serotonin ist ein Botenstoff, der Körper und Seele entspannt.” Beide Expertinnen sind sich einig: ,,Schokolade in Maßen genossen ist keine Sünde.” Wie viel ist „in Maßen”? Barabara Schmid empfiehlt: „Eine Rippe pro Tag ist kein Problem. Das Umfeld soll beim Genießen aber passen – setzen Sie sich in Ruhe hin und genießen Sie ganz bewusst. Der Kardinalfehler ist doch, wenn man Schokolade gedankenlos in sich hineinstopft.”
Neben der Qualität und dem Kakaoanteil der Schokolade sollte auch die Herkunft beim Kauf ausschlaggebend sein. Denn es ist nicht egal, wie die Kakaobohnen wachsen. Die industriellen Monokulturen der Kakaopflanzen sind besonders anfällig für Schädlinge. Die gesündere und umweltfreundlichere Alternative heißt „Bio” oder „kontrolliert biologischer Anbau”. Bio steht für Wirtschaften im Kreislauf der Natur und sorgsame Nutzung der Ressourcen, es werden keine Mineraldünger und keine chemisch-synthetischen Spritzmittel verwendet. Und bei Fairtrade-Produkten geht es den Herstellern um menschenwürdige Arbeitsbedingungen, gerechte Preise und das Verbot von Kinderarbeit. Fairtrade-Produkte sind am Fairtrade-Label erkennbar und österreichweit im Biogeschäft und Supermarkt erhältlich. Kosten Sie sich durch, werden Sie zum Schokolade-Experten, rät Ernährungsexpertin Petra Nemec von „die umweltberatung”. Dann werden Sie es selbst spüren: „Umweltschutz kann richtig gut munden.”
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