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Spray Candys – süßer und riskanter Quatsch

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Beitrag Spray Candys – süßer und riskanter Quatsch 


Produkte aus China - Verbraucherzentrale fordert Verbot


Spray Candys liegen klein und bunt zwischen Süßigkeiten, Spielwaren und manchmal sogar zwischen Müsli und Knäckebrot – „Sprüh-Bonbons“ mit einer höchst zweifelhaften Mischung, die sich Kinder in den Mund sprühen sollen. Die Verbraucherzentrale Bremen hat die Sprays bei einer stichprobenartigen Markterhebung bei KIK, Real, Kaufhof und Karstadt gefunden. Ein aufmerksames Durchlesen der Angaben auf den Sprays ist dringend empfohlen. Besser wäre es, derartige Cocktails von den Kindern ganz fern zu halten, denn die Sprüherei im Gesicht könnte wegen der enthaltenen Zitronensäure zum Risiko werden. Die Produkte der Stichprobe wurden alle in China hergestellt. Die Zutatenlisten auf den Fläschchen sind winzig klein geschrieben, für die meisten ohne Lupe kaum lesbar. Einige sind mit etwas besser lesbaren „Beipackzetteln“ versehen.

Spray Candys sind zuckersüß – entweder durch verschiedene Zuckerarten oder aber – und das in den meisten Fällen – durch gleich mehrere Süßstoffe – Acesulfam K (E 950), Aspartam (E 951), Saccharin (E 954). Bereits das reicht, um von dem Zeug abzuraten. Welchen Sinn soll es machen, sich den Mund mit Zucker oder chemischen Süßstoffen einzunebeln? Schon der Zuckerbelag auf den Zähnen und die Süßstoffe stellen nach Auffassung der Verbraucherzentrale ein mögliches Risiko für die Kinder dar. Süßstoffe greifen zwar die Zähne nicht an, sind aber nach wie vor gesundheitlich umstritten. Zudem besteht bei Kindern die Gefahr, dass sie aufgrund ihres geringeren Körpergewichtes die täglich duldbare Aufnahmemenge schneller erreichen oder sogar überschreiten.

Optisch aufgemotzt sind die Sprays mit meist künstlichen Farbstoffen. Manche enthalten sogar vier verschiedene – nach Auffassung der Verbraucherzentrale völlig überflüssig. Einige der häufig verwendeten Farben gelten als Allergieauslöser, wie zum Beispiel Kurkumin (E 100), Tartrazin (E 102), Chinolingelb (E 104), Cochenille (E 120) oder Allurarot AC (E 129). Derartige Farbstoffe haben in Süßigkeiten nichts zu suchen. Andere Hersteller haben das längst erkannt und verwenden für Süßwaren immer häufger harmlose, meist pflanzliche Farbstoffe. Für den Geschmack wird allen Sprays (künstliches) Aroma zugesetzt.

Fast alle Sprays enthalten Konservierungsstoffe, in der Regel Sorbinsäure (E 202) und/oder Benzoesäure (E 211). Beide können ebenfalls zu Allergien führen, gerade auf Benzoesäure sollten empfindliche Menschen mit Asthma, Heuschnupfen oder

Neurodermitis verzichten. Besonders bei ihnen kann Benzoesäure zu allergischen Reaktionen führen.

Alle Sprays enthalten Zitronensäure – und diese Säure macht die Anwendung der Sprays riskant. Die Aufschriften enthalten Warnungen, dass sie nur in Gegenwart Erwachsener(!), teilweise, dass sie nicht unter drei Jahren benutzt werden sollen und auf keinen Fall in die Augen gesprüht werden dürfen. Doch solche Warnungen – im Übrigen auch kaum lesbar – sind völlig realitätsfern. Welches Kind geht nach dem Kauf zu seinen Eltern, um sich unter Aufsicht den Mund einzusprühen? Wer macht sich überhaupt die Mühe, so winzige Aufschriften zu entziffern?

Es ist völlig unverständlich, warum das Risiko von den Kontrollbehörden übersehen wurde und derartige Produkte auf den Markt gelangen konnten. Zucker, Süß-, Konservierungs- und Farbstoffe sind als Mundspray so überflüssig wie ein Kropf. Aber mit Zitronensäure sind die Sprays ein gesundheitliches Risiko für Kinder, von der offenbar kaum jemand Notiz nimmt.

Die Verbraucherzentrale fordert vom Bundesverbraucherministerium und vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ein sofortiges Verbot von Spray Candys mit Zitronensäure – und für die Zukunft schärfere Kontrollen. Aus Gründen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes sollten die Überwachungsbehörden im Land Bremen die betroffenen Produkte umgehend aus dem Handel nehmen.


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