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Sprühsahne Test

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Beitrag Sprühsahne Test 


Das ist bestimmt schon fast jedem passiert: man – frau auch gerne! – geht in ein schönes Café, freut sich auf ein wundervolles Stück Erdbeertorte mit Sahne und bekommt... ein wundervolles Stück Erdbeertorte mit Sprühsahne. Möglicherweise gibt es Zeitgenossen, denen das nichts ausmacht, aber nach Meinung der Verbraucherzentrale ist dieser kulinarische Reinfall höchst ärgerlich. Es gibt keine Kennzeichnungsvorschrift, die davor schützt – „mit Sahne“ kann frisch geschlagen oder aber als süße Luftnummer gesprüht daherkommen. Zur Verteidigung wird von Seiten der Gastronomie meist erklärt, dass die Nachfrage nach Sahne zu gering ist. Sprühsahne ist keine neue Erfindung, bereits 1972 brachte die Firma Debic die erste Sprühsahne auf den Markt.

Verschlossen hält sie sich einige Monate. Einmal geöffnet, soll sie lt. Hersteller innerhalb von 2 - 3 Wochen aufgebraucht werden. Diese relativ lange Frist macht sie – sowohl in der Gastronomie als auch im Privatbereich – so attraktiv. Andere Milchprodukte müssen, einmal geöffnet, meist innerhalb weniger Tage verbraucht werden. Es ist allerdings unverständlich, dass die Lebensmittelindustrie für Endverbraucher keine Kleinpackungen an „echter“ Schlagsahne, z.B. 100 ml, anbietet. Für die Verfeinerung von Soßen oder für einen Klacks Sahne auf zwei Stück Obstkuchen wäre eine solche Kleinpackung mehr als ausreichend.

Bei der Verwendung von Sprühsahne verbleibt immer ein Rest am Sprühkopf. Wenn die Dose dann auch noch längere Zeit auf dem Kaffeetisch – womöglich auch noch bei warmen Außentemperaturen – stehen bleibt, ist eine Verkeimung nicht auszuschließen. Daher gilt: nach Benutzung in den Kühlschrank mit der Dose!

Im Rahmen einer kleinen Marktbegehung hat die Verbraucherzentrale in einigen Supermärkten und Discountern insgesamt 11 verschiedene Sprühsahne-Produkte eingekauft. Die Preise für eine 250 ml-Dose lagen zwischen 0,99 und 1,69 €. Ein Blick auf die Zutatenlisten zeigt: neben Schlagsahne und Süßungsmitteln, meist Zucker und Traubenzucker, haben alle das gleiche Treibgas: E 942 Distickstoffmonoxid. Bekannt ist es auch als das Narkosemittel Lachgas. Winzige Rückstände können zwar in die Sahne gelangen, haben jedoch aufgrund der geringen Mengen keine gesundheitliche Bedeutung. Alle Sorten enthalten auch das Verdickungsmittel Carrageen, E 407, das nicht unumstritten ist. Zumindest gilt es als Allergie auslösend und steht schon länger im Verdacht, bei der Entstehung von Darmkrebs eine Rolle zu spielen. Einige Firmen mischen auch noch einen zweiten Stabilisator hinzu, Natriumphosphat, E 339. Da Natriumphosphate von der Lebensmittelindustrie auch als Antioxidationsmittel und als Schmelzsalze eingesetzt werden, besteht – je nach Verzehrsgewohnheit – die Gefahr einer zu hohen Phosphataufnahme. Diese kann die Aufnahme anderer wichtiger Mineralstoffe behindern. Als Aromastoff wird meistens natürliche Vanille, manchmal jedoch auch künstliches Aroma, verwendet.

Der Energiegehalt liegt zwischen 266 und 294 kcal/100g – und damit im Schnitt ein wenig unter dem von frischer Schlagsahne (309 kcal/100 g). Ausnahme ist eine Sprühsahne, die mit Süßstoffen gesüßt ist und durch die Zugabe von Magermilch ca. 40% weniger Kalorien (196 kcal/100 g) aufweist. Bei einem kleinen Geschmacks-Test in der Verbraucherzentrale mit mehreren Kollegen und Kolleginnen wurden einige Sprühsahnen im Vergleich mit frischer Schlagsahne getestet und meistens mit der Schulnote „Vier“ oder „Fünf“ bewertet. Die echte Schlagsahne wurde dagegen mit „Einsen“ belohnt. Bei dem Test zeigte sich auch, dass bei Zimmertemperatur nach einer viertel Stunde oft schon das große Verlaufen einsetzt...

Die Verbraucherzentrale Bremen hat telefonisch in 58 Bremer Cafés einmal nachgefragt. Danach garnieren 51 (88%) ihre Torten mit frischer und nur 7 (12%) mit Sprühsahne. Ein Ergebnis, das die Verbraucherzentrale jedoch anzweifelt. In Zeiten eher mauer Umsätze, z.B. an einem unfreundlichen Novembertag, ist die „Sprühsahne-Gefahr“ sicher in mehr Cafés gegeben. Wäre es zu viel verlangt, wenn die Cafés ihre Gäste bei der Bestellung vorher über ihre (Sprüh-)Sahne aufklären würden – vor allem angesichts der (g-)astronomischen Preise!?

Wer keinen kulinarischen Reinfall erleben möchte, sollte bei Sahne-Gelüsten gleich bei der Kuchenauswahl nachfragen, ob es sich um frisch geschlagene oder um gesprühte Sahne handelt. Manchmal kann es – nicht nur für die Waage! – besser sein zu sagen: „Aber bitte ohne Sahne!“


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