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„Supermüslis“ – weniger gesund als zuckersüß

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Beitrag „Supermüslis“ – weniger gesund als zuckersüß 


In der Müsli-Ecke eines Supermarktes findet man heutzutage eine riesige Auswahl an Produkten. Gesundheitsbewusste können zwischen Crunchys, Crispys, Fleks oder Flakes, Smacks, Poppies, klassischen Cornflakes und schlichten Vollkornflocken wählen. Nicht nur die Namen sind fantasievoll, auch die Zutaten lassen keine Wünsche offen: Trockenfrüchte, Ölsaaten, Joghurt, Schokolade, Nüsse, Honig, Reis, Gewürze oder Kleie werden in unterschiedlichsten Mischungen und Mengen beigefügt. Das klingt köstlich und wirkt gleichzeitig sehr gesund. Doch sind diese „Supermüslis“ tatsächlich empfehlenswert?

Die Verbraucherzentrale Bremen hat sich die Zutatenlisten und Nährwertangaben einmal genauer angesehen – und das sollte jeder tun, der glaubt, sich und seiner Familie mit solchen Produkten etwas Gutes zu tun. Denn sehr häufig lassen sich die „Supermüslis“ von ihrer Zusammensetzung und den Nährwertangaben eher in die Süßwaren-Ecke als in eine scheinbare Gesundheitsecke einordnen. Neben den bereits genannten Zutaten werden nämlich die verschiedensten Zuckerarten zugesetzt, die sich hinter klangvollen Namen verstecken. Honig, Maltodextrin, Rohrzucker, Glukose-Fruktose-Sirup und Gerstenmalz machen sich auf der Zutatenliste einfach besser. Dabei sind auch sie zahnschädigend, dick machend und sie gehen schnell ins Blut. So rasch der Blutzuckerspiegel ansteigt, so schnell sackt er auch wieder ab – und das Gehirn signalisiert viel zu schnell wieder Hunger. Ein Viertel Zucker ist bei diesen Produkten keine Ausnahme. „... für einen gesunden und genussvollen Start in den Tag“ – so wirbt beispielsweise Dr. Oetker für sein „Vitalis Schoko Müsli klassisch“. Zuckergehalt: 25 % – nach Meinung der Verbraucherzentrale Bremen etwas zuviel für einen gesunden Start. Auch das Konkurrenzunternehmen Kellogg's geizt nicht mit Süße: 26 % Zucker enthält sein „Extra Vital Müsli Knusper Frucht“ – und damit liegen beide Produkte mit ihrem Zuckergehalt doppelt so hoch, wie der Gehalt, der von den Verbraucherzentralen als gerade noch „mittel“ bewertet wird. Sie haben die Grenze bei 12,5 % Zucker angesetzt. Besonders viel Süße taucht häufig da auf, wo es besonders knuspert und bzw. oder Schokolade zugesetzt wird.

Noch höhere Zuckergehalte verstecken sich in scheinbar „wertvollen“ Getreide-Riegeln, wie zum Beispiel „Corny Schoko“ von Schwartau, die mit Schokolade übergossen sind – die abgebildeten Ähren auf der Verpackung kann man getrost als Augenwischerei bezeichnen, von Vollkorn ganz zu schweigen. 20 % Schokoladenanteil und zusätzlich verschiedene Zuckerarten machen einen solchen Riegel zu einer knusprigen Süßigkeit, nicht aber zu einer gesunden Zwischenmahlzeit.

Die Verbraucherzentrale Bremen empfiehlt für ein gesundes Müsli Vollkornflockenmischungen zu verwenden und diese mit frischen Früchten aufzupeppen, die möglichst der Saison entsprechen sollten. Milch und Joghurt liefern das für Zähne und Knochen so wertvolle Calcium. Knusperbeilagen können gut und einfach selbst gemacht werden, z.B. durch selbst geröstete Ölsaaten oder durch Haferflocken, die, mit wenig Honig vermengt, im Backofen auf dem Blech geröstet werden.

Ein Ärgernis sind die von den Firmen angegebenen Portionsgrößen. Sie liegen oft zu niedrig. Von 40 g Müsli und 60 ml Milch kann vielleicht ein 6-jähriger, aber sicher kein 16-jähriger satt werden. Mit diesen kleinen Mengen werden entsprechend Zucker- oder Fettgehalte pro Portion klein gerechnet. Ein anderes Beispiel: Wer eine Tüte Chips öffnet, bleibt in den seltensten Fällen bei einer Handvoll – aber genau für diese Menge werden die Fett- und Salzgehalte berechnet. „Schönrechnerei“ nennt die Verbraucherzentrale diese Werte, die kaum mit der Realität übereinstimmen. Deshalb gibt es bei den Verbraucherzentralen einen kostenlosen Ampelcheck. Mit Hilfe einer kleinen Checkkarte und den drei Ampelfarben kann man schon im Geschäft erkennen, ob 100 Gramm eines Lebensmittels einen niedrigen oder mittleren oder zu hohen Gehalt an Zucker, Fett, Salz oder gesättigten Fettsäuren haben.


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