75% der kommerziell genutzten Fischbestände weltweit sind überfischt oder werden bis an ihre biologischen Grenzen befischt. Hinzu kommt ein unglaublicher Anteil von 20 Kilo(!) Beifang pro ein Kilo Fisch oder Schrimps und zerstörte maritime Lebensräume durch häufig schonungslose Fangtechniken.
Doch gerade der Meeresfisch versorgt den Menschen mit hochwertigem Eiweiß, wertvollen Fettsäuren, Vitaminen, Jod und weiteren Mineralstoffen und Spurenelementen.
Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Bremen ein fast unlösbares Dilemma, beachtet man einerseits die Empfehlungen zum Fischverzehr von ein bis zwei Mahlzeiten pro Woche und andererseits die – durch jährlich 90 Millionen Tonnen Fischfang – ausgebeuteten Fischbestände.
Nachhaltige Fischerei heißt deshalb das Gebot der Stunde.
Damit die Quelle für dieses gesunde Lebensmittel nicht versiegt, bedarf es großer Anstrengungen. Gefragt sind Politik und Fischereiwirtschaft, Handel und Verbraucher. Nachhaltige Fischerei bedeutet, dass den Meeren nur soviel Fisch entnommen werden darf, wie auch wieder nachwachsen kann und dass die negativen Auswirkungen auf das Ökosystem minimiert werden.
Fischesser können sich beim Einkauf an dem MSC-Siegel orientieren:
Die internationale, unabhängige Organisation „Marine Stewardship Council“, kurz MSC, hat einen Umweltstandard für nachhaltig geführte Fischereibetriebe entwickelt und vergibt dafür das blaue Siegel mit einem stilisierten Fisch, zukünftig durch einen schriftlichen Hinweis ergänzt.
Im Internet gibt es eine ->umfangreiche Liste mit Geschäften und den dort erhältlichen Produkten mit dem MSC-Siegel.
Für Zuchtfisch gibt es das Siegel allerdings nicht. Die Aquakultur, aus der inzwischen jeder dritte Speisefisch stammt, ist jedoch auch nicht ohne Probleme, wie zu dichter Besatz, großer Futterbedarf und häufiger Medikamenteneinsatz.
Eine Alternative könnte die Bio-Aquakultur werden, die EU-Kommission hat am 29. Juni 2009 die Durchführungsbestimmungen für die Bio-Aquakultur verabschiedet.
Die Verbraucherzentrale Bremen begrüßt, dass es demnächst eine europaweit gültige Regelung für die Bio-Aquakultur gibt, allerdings kann sie nur als erster Schritt in die richtige Richtung gesehen werden.
Generell empfiehlt sich auch ein Blick auf die Größe des Fisches. Hierzu gibt es in der Verbraucherzentrale Bremen, Altenweg 4, und in der Beratungsstelle Bremerhaven, Hafenstr. 117, das „Fisch-O-Meter“. Ein Maßband, das Fischfans für die Größe der im Laden angebotenen Fische sensibilisieren soll. Gegebenenfalls sollten Käufer den Händler auf die Problematik hinweisen und auf den Kauf von „Babyfischen“ verzichten.
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