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Vorsicht bei Apotheker-Beratung zu Nahrungsergänzungsmitteln

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Beitrag Vorsicht bei Apotheker-Beratung zu Nahrungsergänzungsmitteln 


Fragen Sie Ihren Apotheker?

Bei Nahrungsergänzungsmitteln lieber nicht!


Nahrungsergänzungsmittel sind ein Milliardengeschäft, der Hype rund um mehr Vitalität, Leistungsfähigkeit und Gesundheit lassen die Kassen von Apotheken, Drogerien, Supermärkten und Online-Anbietern klingeln. In Deutschland glaubt rund jede/r Dritte den Werbeversprechen, sich mit den Präparaten etwas Gutes tun zu können. Gerade Apotheken werben mit ihrer Beratung: „Fragen Sie Ihren (Arzt oder) Apotheker!“ Dabei geht es zwar in erster Linie um Medikamente, aber der Satz wirbt für Vertrauen in die Beratung insgesamt. Wie die Beratungsqualität in Bezug auf Nahrungsergänzungsmittel aussieht, hat sich die Verbraucherzentrale Bremen in 25 Apotheken in verschiedenen Stadtteilen einmal genauer angesehen.

Sie wollte herausfinden, ob die Apotheker bei dem Wunsch einer Kundin nach mehr Gesundheit und Wohlbefinden auf deren persönliche Situation eingehen oder ob sie sich gleich als Verkäufer erweisen würden.

Das Ergebnis des Tests ist miserabel. Bis auf drei Ausnahmen empfahlen alle anderen Apotheken (88 %) die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, und das in den meisten Fällen (64 %), ohne genauer nach der Ernährungsweise der Kundin zu fragen.

Die Testkundin gab lediglich an, sich „normal“ zu ernähren, aber möglicherweise etwas zu wenig Obst und Gemüse verzehren. Detaillierte Fragen zu den Ernährungsgewohnheiten und Krankheiten wurden von Seiten der Apotheken kaum gestellt. Wurde nach der Infekthäufigkeit gefragt, gab die Kundin sie stets als gering, mit höchstens zwei Erkältungen pro Jahr, an. Meist begann direkt eine Verkaufsberatung für das teuerste Nahrungsergänzungsmittel, das im Sortiment vorhanden war. Bei diesen teuren Produkten handelte es sich immer um Kuren, die den Verbraucher durch ihren langen Einnahmezeitraum an die Präparate binden. Am häufigsten wurden für die Gesundheit und das körperliche Wohlbefinden Vitamine empfohlen. Passend zur Jahreszeit und der damit verbundenen Gefahr, sich eine Erkältung einzufangen, wurde besonders häufig zu einem Kombinationspräparat aus Vitamin C und Zink als Kur geraten. Dies geschah auch, wenn nicht nach der Häufigkeit der Infekte gefragt wurde.

Teilweise waren die Aussagen, mit denen die Apotheker ihre Produkte anpriesen, komplett falsch. Fünf erklärten, dass das im Handel erhältliche Obst und Gemüse heutzutage kaum noch Vitamine enthalte. Ein beliebtes Verkaufsargument für Nahrungsergänzungsmittel, das jedoch ins Reich der Ammenmärchen gehört. In einem Fall wurde gesagt, man könne seinen Zinkbedarf über eine normale Ernährung gar nicht mehr decken, wobei erklärt wurde, dass Zink nur in Zitronen zu finden sei. Tatsächlich sind jedoch Fleisch, Meeresfrüchte und Vollkornerzeugnisse gute Zinklieferanten.

Die Apotheker gingen kaum auf die individuelle Situation ein. Allgemeine Tipps gegen Infekte und zur Stärkung der Gesundheit, wie zum Beispiel viel Obst und Gemüse zu verzehren und spazieren zu gehen, gab es nur in fünf Apotheken.

In ebenfalls fünf Apotheken wurden Nahrungsergänzungsmittel zwar als nicht unbedingt nötig, aber durchaus sinnvoll zur Vorbeugung von Infekten angepriesen.

Der Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln, die in Drogerien, Supermärkten, Apotheken und im Internet frei verkäuflich sind, ist höchst zweifelhaft. Viel besser liefert eine ausgewogene Ernährung mit vor allem viel frischem Obst und Gemüse, Milch und Vollkornprodukten die notwendigen Nährstoffe. Menschen mit Unverträglichkeiten oder Allergien, schweren Erkrankungen oder Schwangere können einen höheren Nährstoffbedarf haben. Die Verbraucherzentrale empfiehlt jedoch, einen möglichen Nährstoffmangel grundsätzlich von ärztlicher Seite abklären zu lassen.

Nach Auffassung der Verbraucherzentrale ist die Qualität der Beratungen zu Nahrungsergänzungsmitteln in den meisten der getesteten Apotheken erschreckend schlecht. Wer nicht auf die individuelle Situation seiner Kundschaft eingeht, wer keine Ernährungsempfehlungen ausspricht, wer nur das Klingeln seiner Kasse im Sinn hat und wer auch noch Unsinn erzählt – dem sollte man besser nicht vertrauen. Fragen Sie Ihren Apotheker? Bei Nahrungsergänzungsmitteln lieber nicht!

Zitat:
Fragen zu diesem Thema beantwortet die Ernährungsberatung der Verbraucherzentrale dienstags von 10 bis 13 Uhr und donnerstags von 14 bis 16 Uhr unter der Durchwahl 0421/1607754.



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Meiner Meinung nach ist man in Apotheken aber immer besser beraten, als wenn man z.B. in einen Supplemente Shop geht, wo es nur darum geht, das nächste Produkt zu verkaufen. Auch erhält man in Apotheken eher "kontrollierte" Produkte und keine fragwürdigen Diätpillen. Preislich sind Apotheken aber sicherlich viel teurer, wenn es zum Beispiel um den Kauf einer Dose normalen Proteinpulvers geht. Just my two cents.


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